ComCom hat 5G-Mobilfunkfrequenzen für 380 Mio Fr. vergeben

Warum Swisscom für 5G doppelt so viel wie Salt und Sunrise zahlt

Erste 5G-fähige Endgeräte würden in den nächsten Monaten auf dem Schweizer Markt erwartet.

Mit den ersteigerten Frequenzen können die Telekomanbieter nun die Einführung der zukunftsträchtigen 5G-Technologie in Angriff nehmen. 5G soll vielen neuen Anwendungen den Weg bahnen, etwa dem Internet der Dinge, medizinischen Anwendungen, Virtual- und Augmented Reality oder selbstfahrenden Fahrzeugen. Mehr als 195 Millionen Franken zahlt allein der größte Telekommunikationskonzern der Schweiz. Salt und Sunrise zahlen 94,5 und 89,2 Millionen Franken. Auch die britische Netzwerkfirma Dense Air hatte mitgeboten. Wie die Eidgenössische Kommunikationskommission (ComCom) mitteilt, erwarben in der Auktion des Bundesamts für Kommunikation (Bakom) alle drei bisherigen Betreiberinnen Salt, Sunrise und Swisscom eine Menge zusätzlicher Mobilfunkfrequenzen und bescherten dem Bund Einnahmen in Höhe von rund 380 Millionen Franken.

Die durch die Versteigerung eingenommenen 379,3 Millionen Franken fliessen in die Bundeskasse. Der Preis sei angemessen für die Nutzung einer öffentliche Ressource.

In der Schweiz ersteigerte die Swisscom den Großteil, sie bot 195,6 Millionen Franken. 29 Bieterrunden wurden durchgeführt, bevor die Resultate feststanden.

Bei den wegen ihrer großen Reichweite besonders begehrten Frequenzen um 700 Megahertz erhält die Swisscom 30 Megahertz an Frequenzspektrum, Salt und Sunrise sicherten sich 20 beziehungsweise 10 Megahertz. Diese können für erhöhte Kapazitäten beim Herunterladen von Daten eingesetzt werden.

Bei 3,5 Gigahertz ergatterte die Swisscom 120 MHz, Sunrise erhielt 100 MHz, Salt 80 MHz.

Damit ist die Schweiz nach Italien und Grossbritannien das erste Land in Europa, dass die 5G-Frequenzen verteilt hat, und sogar zu einem relativ kleinen Preis. Zudem könnten mehr Smarthpones eine Antenne gleichzeitig nutzen.

Bei den 1400 MHz-Frequenzen schnappt sich Swisscom ebenfalls das Gros der Blöcke. Fünf Frequenzblöcke à 5 Megahertz blieben jedoch ungenutzt. Geplant ist, sie zu einem späteren Zeitpunkt erneut auszuschreiben.

Die nun vergebenen 5G-Frequenzen wurden für 15 Jahre vergeben. Dadurch erhielten die Unternehmen eine Planungssicherheit, sagte Netzle. Bei den 700 MHz-Frequenzen durfte ein Anbieter maximal die Hälfte ersteigern, bei den 3,5 bis 3,8 GHz-Frequenzen waren es höchstens 40 Prozent. Die Frequenzen dürfen nicht gehörtet werden und die Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung muss eingehalten werden.

Nach dem Tauziehen im Vorfeld ist die Auktion der 5G-Frequenzen offenbar recht reibungslos verlaufen. Die Telekomanbieter kritisierten die Bietbeschränkungen, die die Comcom festgelegt hatte.

Sunrise und Salt störten sich vor allem an der zu grosszügigen Maximalgrenze von Frequenzblöcken.

Genau das Gegenteil bemängelte die Swisscom: Die Bietbeschränkungen seien viel zu eng gesteckt gewesen. Bei den Frequenzen von 700 Megahertz und 3,5 bis 3,8 Gigahertz konnte sich die Swisscom die grössten Frequenzbänder sichern, wie Watson berichtet. Dieser Zustand werde nun zementiert: Die Swisscom-Konkurrenten hätten nach der Versteigerung mindestens die Hälfte mehr Frequenzen pro Kunde zur Verfügung als die Marktführerin.

Salt und Sunrise zeigten sich nun in einer Mitteilung sehr zufrieden mit dem Ergebnis der Auktion, während sich die Swisscom in Zurückhaltung übte.

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