Rosamunde Pilcher gestorben: ZDF passt TV-Programm an

Rosamunde Pilcher im Porträt

Rosamunde Pilcher, die mit 18 ihre erste Kurzgeschichte veröffentlichte, schaffte mit 63 Jahren ihren Durchbruch mit der Familiensaga "Die Muschelsucher". Das bestätigte ihr Sohn Robin Pilcher dem "Guardian". Noch an Weihnachten sei sie wohl auf gewesen, seit Beginn des Jahres habe sie dann an einer starken Bronchitis gelitten. Am Sonntag habe sie dann einen Schlaganfall bekommen.

Wie Pilcher in einem Interview erzählte, kam sie als Ergebnis eines gemeinsamen Abendessens mit ihren vier Kindern, ihrem Mann und ihrem US-Agenten dazu, "Die Muschelsucher" zu schreiben. In Deutschland verkaufte sich das Buch 1,7 Millionen Mal. Alle weiteren Werke landeten anschließend in den Bestseller-Listen. Diese waren zum großen Teil beim ZDF zu sehen - mit mehr als 100 auf Pilcher-Geschichten basierenden Fernsehfilmen ist das zweite deutsche Fernsehen die deutsche Heimat der Rosamunde Pilcher. Irgendwelchen Zwängen der Modernität fühlte sie sich nie verpflichtet, sogar ihrer alten mechanischen Schreibmaschine ist sie ihr ganzes Schriftstellerleben lang treu geblieben: "Ich hatte zwischendurch mal eine elektrische Schreibmaschine gekauft". Pilcher-Touren führen zu den Schauplätzen der zwar manchmal von Dramen gebeutelten, aber letztlich heilen Welt, die sie in ihren Geschichten entwarf: Voller großherziger Menschen, die reiten und Sport- oder Geländewagen fahren, und dafür frei von Sex und Gewalt. "Ich habe einfach Kurzgeschichten geschrieben, weil ich das geliebt habe".

Pilcher wurde 1924 im englischen Landstrich Cornwall geboren. Über ihre Arbeit habe die seit 2009 verwitwete Mutter zu Hause nie gesprochen, erinnerte sich die älteste Tochter, Fiona Wynn-Williams.

Berühmt wurde Rosamunde Pilcher mit ihren Liebesromanen, wie "Die Muschelsucher", "September" oder "Blumen im Regen".

Rosamunde Pilchers Geschichten entstanden am Küchentisch und erschienen in Frauenzeitschriften.

In der ZDF-Mediathek steht schon jetzt das sogenannte "Herzkino" im Mittelpunkt. "Über den plötzlichen Tod von Rosamunde Pilcher bin ich sehr bestürzt und traurig", erklärte Smeaton.

Im ersten Film "Stürmische Begegnung" hat Rosamunde Pilcher eine kleine Rolle als "Rebecca". In Wirklichkeit war es freilich nicht nur das, was die Filme nach Rosamunde Pilchers Erzählungen für Millionen Zuschauer so reizvoll gemacht hat. Sie war eine der kommerziell erfolgreichsten Autorinnen der Gegenwart: Insgesamt wurden von ihren Büchern mehr als 60 Millionen Exemplare verkauft.

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