Handelskonflikte und WLTP drücken Leonis Jahresgewinn 08 Feb 2019

Kabel-Hersteller Leoni hat seine bereits reduzierten Gewinnerwartungen verfehlt. Quelle dpa

Und schließlich strichen die Nürnberger auch noch die Dividende für 2018.

Vor gut einem Jahr hatte die Leoni-Aktie bei gut 66 Euro ein Rekordhoch erreicht.

Der Kurs des Autozulieferers brach um ein Viertel ein und fand sich auf dem niedrigsten Niveau seit mehr als sieben Jahren wieder. Unter anderem seien Einsparziele nicht erreicht worden und die Anlaufkosten im neuen mexikanischen Werk seien höher als geplant ausgefallen, hieß es. Die Probleme sollen nun schnell angegangen werden.

Mit den vorläufigen Zahlen zum Vorjahr schnitt Leoni deutlich schwächer ab als zuletzt prognostiziert, und auch die angedeuteten Ergebnisaussichten im gerade begonnenen Jahr werden schmerzlich verfehlt.

Mit einem vorläufigen Gewinn vor Zinsen und Steuern von nur 144 Millionen Euro blieb der Autozulieferer und Kabelspezialist 2018 weit hinter seinem eigenen Ziel von rund 196 Millionen Euro zurück. Im vierten Quartal verzeichnete Leoni sogar einen Verlust von 19 Mio Euro.

Im November noch hatte die Leoni-Führung in Aussicht gestellt, 2019 ein Ergebnis leicht über dem damals noch geplanten Wert für 2018 zu erzielen. Das Ebit werde hingegen auf 100 bis 130 Millionen Euro sinken.

Das Urteil von Händlern und Analysten am Markt fiel klar und deutlich aus.

Das Ausmaß, in dem Leoni die Erwartungen verfehlt habe, sei "alarmierend", sagte Analyst Christian Glowa von der Bank Hauck & Aufhäuser. Es zeige, dass es dem Unternehmen ein Stück weit am Zugriff auf die eigenen Aktivitäten mangele.

Analyst Christian Ludwig vom Bankhaus Lampe sagte, der Ausblick von Leoni sei ein "Desaster".

LEONI hatte bereits Ende Oktober die Gewinnerwartungen für 2018 wegen der Schwäche des wichtigen chinesischen Automarktes, der Verunsicherung von Autokäufern durch die aktuellen Handelskonflikte und der Umstellung auf den neuen Abgas- und Verbrauchsstandard WLTP in Europa gesenkt. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen einen negativen Free Cashflow von 147 Millionen Euro zu verzeichnen. Im vierten Quartal lag der Erlös bei 1,2 Milliarden Euro. Summa summarum bedeutet das einen Umsatz für das Gesamtjahr von 5,1 Milliarden Euro im Vergleich zu 4,9 Milliarden Euro im Vorjahr. Mit Blick auf den Zahlungsmittelfluss und die Verschuldungslage will Leoni der Hauptversammlung vorschlagen, für 2018 keine Dividende auszuschütten.

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