Brexit bedroht in Österreich 6.000 Jobs

Bei einem Hard Brexit wackeln 6.000 Jobs in Österreich

Das Ergebnis: Wenn die britischen Importe aus der EU um 25 Prozent einbrechen - das ist eine Zahl mit der die meisten Ökonomen rechnen - betrifft das die Jobs von 100.000 Deutschen direkt oder indirekt. Treffen würde das vor allem die Autoindustrie: Hier wären etwa 15.000 Stellen betroffen. Sie entwickelten eine Formel, mit der sie berechnen konnten, wie sich ein solcher Importeinbruch auf welche Industrie und welches Land auswirkt. Weitere Brexit-Gefahren für den Arbeitsmarkt, etwa sinkende Investitionsbereitschaft, bildeten die Zahlen nicht ab.

Holtemöller und sein Kollege Hans-Ulrich Brautzsch brachen den Effekt bis auf die einzelnen Landkreise und kreisfreien Städte in Deutschland herunter. Viele Arbeitnehmer müssten auch im schwäbischen Landkreis Böblingen um ihre Jobs fürchten, wo etwa Technologiekonzerne wie IBM oder Siemens und Betriebe der Autoindustrie sitzen. Ähnlich sei die Situation im Märkischen Kreis im südlichen Westfalen, wo viele mittelständische Unternehmen mit Auslandsgeschäft sitzen. Denn hier stellten Volkswagen bzw. So seien viele Stellen am VW-Standort Wolfsburg und am BMW-Standort Dingolfing-Landau in Niederbayern bedroht.

Fahrzeuge warten in Emden auf die Verschiffung - bald nicht mehr nach Großbritannien? Gemessen an der Gesamtzahl der Erwerbstätigen wäre der Einschnitt nirgendwo in der Republik größer als in diesen Kreisen. Die Auswirkungen würden vor allem an den Automobilstandorten spürbar werden. Die Bundesrepublik als ökonomisches Kernland der EU und als große Exportnation hätte unter dem Austritt besonders zu leiden.

Ein Gewinner des Brexits könnten unterdessen die Niederlande werden. 42 britische Unternehmen seien 2018 in die Niederlande umgezogen, teilte das Wirtschaftsministerium am Samstag in Den Haag mit. Damit waren rund 291 Millionen Euro Investitionen verbunden, rund 2000 neue Arbeitsplätze seien geschaffen worden. Angesichts der "wachsenden Ungewissheit über den Brexit" könnten sich die Unternehmen auf das "gute wirtschaftliche Klima" in den Niederlanden verlassen, erklärte der niederländische Wirtschaftsminister Eric Wiebes.

Der starke Export hat Deutschland über die vergangenen Jahre zum Exportweltmeister gemacht.

Großbritannien wird nach derzeitigem Stand am 29. März die Europäische Union verlassen. Nach wie vor ist unklar, ob die Trennung chaotisch erfolgen wird oder ob es in Großbritannien doch noch eine parlamentarische Mehrheit für einen Vertrag mit geregeltem Austritt geben wird.

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