Eisbären machen sibirische Insel in der Arktis unsicher

Bären in Häusern und Büros- Eisbärenplage Notstand auf russischer Insel ausgerufen. Die Menschen in der Region Arkhangelsk müssen mit einer ungewöhnlichen

Jetzt schlagen die Tiere zurück!

Die Behörden der sibirischen Arktis-Insel Nowaja Semlja haben den Notstand ausgerufen - wegen einer "Invasion aggressiver Eisbären", wie sie es nennen.

Nun sollen Experten auf die Insel mit rund 3000 Einwohnern reisen, um die Tiere zu vertreiben.

Eine Genehmigung zur Erschiessung der Bären wurde zunächst nicht erteilt.

Eisbären gehören zu den gefährdeten Tierarten und dürfen nicht erlegt werden.

Die für Nowaja Semlja zuständigen Regionalbehörden in Archangelsk erklärten allerdings, sollten alle anderen Mittel fehlschlagen, könne das Erschießen der Tiere nicht ausgeschlossen werden.

Zuletzt hatte die Geschichte eines Kreuzfahrt-Mitarbeiters für Aufsehen gesorgt, der auf Spitzbergen von einem Eisbär attackiert wurde. Seit Dezember hätten sich die Bären immer wieder menschlichen Siedlungen in der Region Arkhangelsk genähert, berichtete die Nachrichtenagentur Tass in der Nacht zum Sonntag. Bis zu zehn Bären hielten sich dort ständig auf. Einige dieser Tiere hätten bereits Menschen angegriffen und seien in Häuser und Büros eingedrungen, berichten örtliche Medien. Die Menschen hätten Angst, ihr Zuhause zu verlassen, sagt der Gouverneur der Region. "Eltern haben Angst, ihre Kinder in die Schule oder in den Kindergarten gehen zu lassen".

Militärpersonal und Angestellte würden mit Spezialfahrzeugen zur Arbeit gebracht, hieß es.

Einige Bären würden regelrecht Jagd auf Menschen machen, sagte Schiganscha Musin, Chef einer örtlichen Behörde der Deutschen Presse-Agentur.

Weder Hunde noch der Lärm oder das grelle Licht der Militärfahrzeuge beeindrucke die Bären, hieß es. Er lebe seit 1983 auf der Insel, aber so viele Bären habe er noch nie erlebt.

Die beschleunigte Eisschmelze in der Arktis infolge des Klimawandels führt dazu, dass Eisbären sich länger an Land aufhalten.

Laut WWF ist der Lebensraum der Eisbären im vergangenen Jahr wieder geschrumpft. Da es Behälter mit genießbarem Abfall gäbe, hörten sie auf zu wandern. Durch das Schmelzen des arktischen Eises wanderten die Tiere zunehmend nach Süden, um an Land nach Nahrung zu suchen.

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