Postpläne für Standarbrief: Porto wird wohl teurer als erwartet

Briefporto steigt erst ab Sommer 2019 - und dann wird's richtig teuer

Dass ein Standardbrief bald 90 Cent kosten könne, wies das Bundeswirtschaftsministerium allerdings als "reine Spekulation" zurück. Ein Sprecher der Deutschen Post Börsen-Chart zeigen begrüßte das Vorhaben der Regierung. Nach der Rechtsänderung entscheidet die Bundesnetzagentur über einen neuen Preisrahmen. Der Preis für einen Standardbrief stieg damals von 62 auf 70 Cent. Eine Gesetzesänderung sei auf den Weg gebracht worden, sagte ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums am Montag.

Die "FAZ" hatte berichtet, dass Branchenkenner eine Erhöhung des Briefportos im Sommer in Richtung 85 bis 90 Cent erwarten. Klaus Gettwart vom Deutschen Verband für Post, Informationstechnologie und Telekommunikation sagte, diese sei "völlig unangemessen", zumal die Qualität der Briefzustellung abnehme und es mehr Beschwerden gebe.

Laut Insidern aus der Branche könnte das Porto aufgrund der neuen Verordnung von aktuell 70 Cent auf 85 bis 90 Cent steigen. In Deutschland scheine der Online-Händler Amazon im Gegensatz zu Großbritannien noch keine größere Bedrohung für die Post- und Paketdienstleister zu sein.

Durch die neue Verordnung wird das Porto allerdings auch später als ursprünglich geplant erhöht - statt im April voraussichtlich erst im Juli. Auch in den Flächenstaaten Frankreich (1,02 Euro) und Italien (2,80 Euro) kostet ein Standardbrief mehr als in Deutschland.

Die Post hatte bereits ein höheres Porto eingefordert, bekam Mitte Januar aber zunächst einen Dämpfer von der Bundesnetzagentur.

55 Cent für eine Briefmarke - das war einmal.

Der Post war das zu wenig.

Mit Rücksicht auf sinkende Briefmengen, steigende Kosten und die Verpflichtung, Briefe flächendeckend jeden Werktag zuzustellen, gestehe das Ministerium der Post eine höhere Umsatzrendite zu. Die Netzagentur ist dem Ministerium unterstellt. Der bisher gebräuchliche europäische Vergleichsmaßstab werde daher zugunsten der Post angepasst, sodass auch die Bundesnetzagentur, die die Portoanträge der Post genehmigen muss, gezwungen sein würde, einen größeren Erhöhungsspielraum einzuräumen.

Mit der Erhöhung erhoffe man sich Gewinne, die "in struktureller Hinsicht vergleichbare" Postgesellschaften in anderen europäischen Staaten erzielen würden, schreibt die FAZ. Seitdem wird der Post ein Gewinnsatz in Höhe der Gewinnmargen anderer europäischer Postanbieter zugebilligt.

Die Deutsche Post erhöht ihr Beförderungsentgelt massiv.

Eigentlich wollte die Post ihre Kunden schon im April kräftiger zur Kasse bitten. Wann genau das Bundeskabinett die Änderung abnicken soll, ist unklar.

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