Machtkampf in Venezuela - Hilfslieferungen könnten die Lage weiter eskalieren lassen

Flugzeug der US-Army mit Kisten im Vordergrund

Sie legten am Wochenende in der Hauptstadt Caracas einen Schwur ab, bei der Verteilung der Hilfsgüter in dem südamerikanischen Land zu helfen. Maduro drohte darauf, Truppen an die Landesgrenze zu schicken.

Die Opposition macht für die Krise Maduro verantwortlich. US-Vizepräsident Mike Pence rief am Samstag die gesamte EU auf, Maduros Widersacher Juan Guaidó als Präsidenten Venezuelas anzuerkennen.

Parlamentschef Guaidó hatte sich am 23. Januar selbst zum Interimsstaatschef ernannt und Maduro damit offen herausgefordert. Guaidó erklärte, dass die Lieferungen mit Hilfe der Gewerkschaft der Lastwagenfahrer am 23. Februar von den Sammelstellen in den Nachbarländern nach Venezuela geholt würden - "komme, was da wolle". Die für die notleidende Bevölkerung in Venezuela bestimmte Lieferung im Umfang von 200 Tonnen werde in den kommenden Tagen per Militärtransportflugzeug erfolgen, hieß es am Freitag aus dem US-Verteidigungsministerium. Die USA erkannten ihn als eines der ersten Länder an. Zahlreiche Staaten, darunter die USA und Deutschland, haben ihn als rechtmäßigen Übergangsstaatschef anerkannt. Per Twitter beschwor er die hinter Maduro stehende Armee, die Lieferungen zuzulassen. Die EU als Ganzes ging diesen Schritt allerdings nicht. Insbesondere Italien und Griechenland sind gegen Guaidós Anerkennung.

US-Vizepräsident Pence sagte bei der Münchner Sicherheitskonferenz, Maduro sei "ein Diktator, der kein Recht mehr auf die Macht hat". Die Vorgänge in Venezuela seien eine "Tragödie, die eine Reaktion verdient und erwartet und zwar von der ganzen Welt". Am selben Tag sollen erneut landesweite Massenproteste Maduro zum Einlenken bewegen.

Auch Guaidó selber erhöhte den Druck auf Maduro - er bekräftigte, dass angekündigte Hilfsgüter in Venezuela ankommen würden. "Ich habe mich eingeschrieben, weil die humanitäre Hilfe dringend notwendig ist", sagte der 58-jährige Coromoto Crespo.

Nach einem Kreditvertrag komme das US-Geldhaus in den Besitz des Goldes, wenn Venezuela das Darlehen nicht zur Fälligkeit im März bedienen könne.

Venezuela kämpft seit Jahren mit einer gravierenden Versorgungskrise, obwohl es weltweit über die weltgrössten Ölvorkommen verfügt. Mehr als 2,3 Millionen Einwohner flohen bereits aus dem Land, wo es an Medikamenten, Lebensmitteln und anderen Artikeln des täglichen Bedarfs fehlt. Durch die US-Sanktionen gegen Venezuelas Ölsektor sei seinem Land ein Schaden von 30 Milliarden Dollar entstanden, sagte Maduro. Die USA veranstalteten eine "Show mit vergammelten und verseuchten Lebensmitteln".

Den USA und Kolumbien unterstellte Maduro zudem die Planung eines "Krieges".

US-Präsident Trump hatte zuletzt bekräftigt, er prüfe "alle Optionen", um die Krise in Venezuela zu beenden. Das kubanische Außenministerium hatte am Mittwoch erklärt, die USA hätten Spezialkräfte nach Puerto Rico und auf andere Karibikinseln verlegt, um einen Angriff auf Venezuela vorzubereiten.

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