Berliner Staatsoper - Orchestervorstand steht hinter Daniel Barenboim

Maestro mit Biss. Daniel Barenboim geboren 1942 in Buenos Aires ist seit Herbst 1992 unangefochtener Chef der Staatsoper Unter den Linden

"Seit April 2018 bin ich in der Verantwortung als Intendant der Staatsoper Berlin und stehe dafür, dass Konflikte, die es selbstverständlich auch an einem Opernhaus gibt, bewusst und konstruktiv angegangen werden". Nach ersten Versammlungen soll es weitere Gespräche geben - auch mit externer Unterstützung.

Nach Vorwürfen gegen den Führungsstil des Dirigenten Daniel Barenboim haben sich der Intendant der Berliner Staatsoper und der Orchestervorstand der Staatskapelle hinter den Generalmusikdirektor gestellt.

Zuvor hatte der Musiker Hilgers im Bayerischen Rundfunk (BR) von häufigen Schikanen Barenboims gesprochen. Barenboim hatte die Vorwürfe zu seinem persönlichen Verhalten als Generalmusikdirektor der Staatsoper am Donnerstag im Gespräch mit der dpa zurückgewiesen. Auch andere Musiker hatten namentlich oder anonym teils heftige Kritik geäußert.

Hilgers sagte nun: "Ich habe den Kampf damals aufgegeben und dazu gelernt".

Dabei habe er alle Ansprechpartner für Beschwerden oder zur Lösung von Konflikten genannt. "Es wurde auch über das gemeinsame Verständnis von Wertschätzung und Vertrauen gesprochen und wie diese definiert werden sollte". Von nächster Woche an werde eine unabhängige, externe Anlaufstelle benannt, "und wir werden auch aktiv Interviews mit Mitarbeitern führen lassen". Er kündigte zudem weitere Gespräche an, etwa mit dem gesamten Orchester und Personalvertretern.

"Ich habe im Haus in den letzten Tagen sehr viel Solidarität für Herrn Barenboim erfahren". Barenboim weise alles von sich und und suche die Schuld bei anderen. Er wolle einen "wertschätzenden und respektvollen Umgang miteinander sicherstellen". Konzerte und die ganze Kraft des Hauses ruhten auf vielen Schultern. "Gegangen bin ich dann aus demselben Grund, nämlich wegen Daniel Barenboim".

Die Staatskapelle feiere mit Barenboim "durch gegenseitiges Vertrauen und in enger Zusammenarbeit regelmäßig große künstlerische Erfolge", erklärte der Orchestervorstand. "Dieses Vertrauen bleibt gerade auch jetzt unangetastet. Die Staatskapelle freut sich deswegen auf weitere Jahre erfolgreicher Zusammenarbeit".

Die Staatskapelle Berlin hatte Barenboim vor 28 Jahren zum Generalmusikdirektor gewählt und im Jahr 2000 zum Chefdirigent auf Lebenszeit ernannt. Seine aktuelle Position beim Bayerischen Staatsorchester in München unter Generalmusikdirektor Kirill Petrenko spreche für sich.

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