Verdi-Chef Frank Bsirske prangert "mafiöse Strukturen" bei Paketdiensten an

Frank Bsirske in Berlin

Die SPD-Partei- und -Fraktionsvorsitzende Andrea Nahles unterstützt die scharfe Kritik von Verdi-Chef Frank Bsirske an den Paketdiensten. "In der Paketzustellbranche haben sich zum Teil mafiöse Strukturen etabliert", sagte Frank Bsirske den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Firmen wie Hermes engagierten Unternehmen, die wiederum andere Firmen beauftragten, die dann Fahrer aus der Ukraine, aus Moldawien oder aus Weißrussland einsetzten. Je mehr die Branche boome, umso größer werde das Problem.

Mit Blick auf den Mindestlohn forderte er zusätzliche und intensivere Kontrollen. Arbeitszeiten lägen oft bei 12 bis 16 Stunden am Tag.

Im gleichen Zusammenhang fordert Bsirske auch eine Erhöhung des Mindestlohns auf zwölf Euro pro Stunde: "Die 8,50 Euro pro Stunde, mit denen der gesetzliche Mindestlohn 2015 eingeführt wurde, spiegelten den Stand von 2010 wider, als wir erstmals 8,50 Euro gefordert hatten". Er werde "millionenfach noch immer nicht eingehalten". Es ist daher richtig, den Mindestlohn jetzt einmalig aufzustocken. Viele hätten gefälschte Pässe oder bekämen Stundenlöhne von 4,50 Euro ausgezahlt. "Das bedeutet, dass der eigentliche Auftraggeber für die korrekten Arbeitsbedingungen bei allen Subunternehmern verantwortlich ist". So etwas gebe es in der Bau- und Fleischbranche. Das würde vor allem kleineren Unternehmen helfen, "um sich gegen unlautere Geschäftspraktiken der Konkurrenz zu wehren", sagte Bsirske und schlägt vor: "Wir sollten eine Mindestlohn-Hotline auch in Deutschland einführen". Jeder Partner habe sich verpflichtet, sich an einen 2011 eingeführten Verhaltenskodex zu halten.

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