Apps verraten Facebook besonders sensible persönliche Daten

Trotz DSGVO Apps schicken unerlaubt intime Daten an Facebook

Facebook behauptet, dass einige der Datenfreigaben, die das Wall Street Journal aufgedeckt hat, gegen die Geschäftsbedingungen verstoßen, und hat die Anbieter diese Apps gebeten, das Senden von Informationen einzustellen. Flo Period & Ovulation Tracker, mit 25 Millionen aktiven Nutzerninnen, informiert Facebook, wenn die Frauen ihre Periode haben oder eine Schwangerschaft planen. Die App "BetterMe: Weight Loss Workouts" sendet Informationen über das Gewicht. 70 Apps, darunter auch aus den Bereichen Finanzen und Immobilien, hat die Wirtschaftszeitung getestet. Das können Kontakte oder Standortdaten oder sensiblere Daten, wie Gesundheits- und Fitnessinformationen sein.

Der Internet-Gigant bietet App-Entwicklern ein Statistik-Tool an. Dem Bericht zufolge enthält dieses sowohl Informationen zu dem Gerät, auf dem die Nutzerin die App installiert hat, als auch die Daten, die Flo sammelt - etwa zum Eisprung der Nutzerin.

Facebook selbst bestreitet die Entdeckungen nicht, weist jedoch die Schuld von sich.

Der Social-Media-Gigant nutzt die gewonnenen Daten nach eigenen Angaben, um Werbung noch zielgerichteter an seine User ausspielen zu können.

Eine Auswertung des Wall Street Journal zeigt, wie zahlreiche beliebte Apps sensible Daten an den Facebook-Konzern weitergeben. Dazu gehören etwa die Sozialversicherungsnummer eines Nutzers, aber auch persönliche Daten, wie sie eben in Gesundheits-Apps erhoben werden. Sollten sie sich nicht daran halten, werde Facebook weitere Schritte einleiten.

In den USA ist Facebooks Vorgehen prinzipiell legal. Eine Möglichkeit, die Weitergabe der Daten in den Einstellungen der jeweiligen App zu unterbinden, gab es nicht. Ob Facebook und all seine Partner-Apps die Anforderungen erfüllen, ist zweifelhaft.

Eine Sprecherin des Unternehmens sagte dem Wall Street Journal, die App-Anbieter würden mit dieser Praxis gegen die Geschäftsbedingungen verstoßen.

Facebook teilte in einem Statement mit, die App-Anbieter würden damit gegen die Geschäftsbedingungenen verstoßen und würden angewiesen, diese Daten nicht mehr weiterzugeben. "Leider waren wir nicht gründlich genug darin, unser Daten-Management mit ihrer Datenschutzrichtlinie abzugleichen".

Dabei scheint es keine Rolle zu spielen, ob die Nutzer ein Konto bei dem sozialen Netzwerk besitzen oder nicht. Die anderen Apps machen derweil weiter.

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