Deutsche Bahn: Sturmtief sorgt für Verzögerungen in Deutschland

Sturmtief Eberhard

„Die Züge werden zu den nächstmöglichen Bahnhöfen gefahren und dort abgestellt“, lautet die Information über den Kurznachrichtendienst.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte wegen der Gefahr orkanartiger Böen für weite Teile von Nordrhein-Westfalen sowie für Hessen und Thüringen die zweithöchste Unwetter-Warnstufe ausgegeben.

Die Bahn kommt ihren Passagieren ein Stück weit entgegen und teilt mit: Fahrkarten, welche für diesen Sonntag gültig sind behalten für den Fernverkehr ihre Gültigkeit und können entweder kostenfrei storniert oder bis eine Woche nach Störungsende flexibel genutzt werden (gilt auch für zuggebundene Fahrkarten). Menschen sollten sich nicht im Freien aufhalten, mahnten die Meteorologen.

Statt eines Frühlingshochs sorgt seit einigen Tagen ein Sturmtief für Unruhe in der gesamten Region.

Bei Aachen und Köln stürzten an drei Stellen Bäume auf die Schienen und blockierten den Zugverkehr. Bei Aachen fielen an der A44 und A4 Äste auf die Fahrbahn. In Bochum fielen Bäume um.

Die Zoos in Dortmund und Wuppertal sowie der Tierpark Hamm wurden aus Sicherheitsgründen geschlossen.

Sturmtief Eberhard hält die Herner Feuerwehr in Atem.

In Bochum und Dinslaken begruben Bäume geparkte Autos unter sich, in Bonn kippte ein Baum gegen ein Haus, im Münsterland deckten Sturmböen ein Hausdach ab. Denn: Die Deutsche Bahn will den Zugverkehr bei S-Bahnen und im Regionalverkehr in NRW am Sonntag nicht wieder aufnehmen. Glück im Unglück hatte etwa ein Mann in Mülheim an der Ruhr: Durch den heftigen Sturm krachte am Samstagnachmittag ein Baum durch das Dach seines Hauses und traf das Sofa, auf dem der Mann "nur eine Minute vorher noch gesessen hatte", wie die Feuerwehr mitteilte.

Die Tiefdruckgebiete "Dragi" und "Eberhard" haben auch anderen Teilen Deutschlands ein stürmisches Wochenende beschert, vor allem der Mitte und dem Süden Deutschlands.

In Bitburg (Rheinland-Pfalz) beschädigte das Unwetter die Stadthalle. Nach ersten Erkenntnissen sei das Dach der Halle am Sonntagmittag zumindest teilweise abgedeckt worden, sagte eine Polizeisprecherin. In NRW wurden zudem mindestens zwei Menschen durch umstürzende Bäume verletzt, darunter ein Feuerwehrmann.

In dem Bundesland rückten Polizei und Feuerwehr am Wochenende zu Hunderten Einsätzen aus. Bei Northeim wurde eine Kreisstraße gesperrt. In Trier stürzte ein Baum auf ein Auto während der Fahrt. Für Sonntagabend sagte der DWD erneut schwere Sturmböen oder sogar orkanartige Böen voraus. Auf dem Feldberg im Schwarzwald wurden demnach sogar Geschwindigkeiten bis 150 Stundenkilometer gemessen. Die Schneefallgrenze sollte mancherorts auf 400 Meter sinken. Für das Allgäu prognostizierte der DWD bis Montagmorgen Niederschläge von stellenweise mehr als 50 Litern pro Quadratmeter.

Das Zweitliga-Spiel in Fürth wurde abgesagt, weil der dortige Sportpark nach Angaben der Deutschen Fußball Liga nur eine Betriebserlaubnis bis Windstärke 8 besitzt. Angesichts höherer Windgeschwindigkeiten wurde die Begegnung zum Schutz der Zuschauer und Spieler nicht ausgetragen.

Die Bahn rechnete auch in in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wegen des Sturmtiefs mit Beeinträchtigungen. Viele Bäume hielten dem starken Wind nicht stand, es gab Zugausfälle und Verkehrsbehinderungen. Der Sturm wütete mit Orkanböen bis Windstärke 12. Auf dem Fichtelberg seien Windböen von bis zu 130 Kilometer pro Stunde möglich.

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