Nach Absturz in Äthiopien:China stoppt Flüge mit umstrittenem Boeing-Typ

Flugzeugabsturz China lässt Boeing 737 Max am Boden

Die chinesische Luftfahrtaufsicht CAAC hat den heimischen Fluggesellschaften am Montag angeordnet, ihre Maschinen des Boeing-Typs 737 Max vorerst nicht mehr einzusetzen. Das ordnete die chinesische Luftfahrtbehörde am Montag als Sicherheitsmaßnahme an. China reagiert auf den Vorfall vorübergehend mit einem Flugverbot für den Typ "Boeing 737-8". Das teilte die Gesellschaft am Montagmorgen mit.

Es ist bereits der zweite Absturz einer Maschine dieses erst seit 2017 ausgelieferten Boeing-Modells 737 Max 8 binnen fünf Monaten. Auch in Indonesien hatte es sich um eine fast nagelneue Maschine gehandelt - sie stürzte nur elf Minuten nach dem Start ins Meer.

149 Passagiere (darunter drei Österreicher) und acht Crewmitglieder sind am Sonntagmorgen an Bord der verunfallten Maschine von Ethiopian Airlines gestorben. Der Flugzeugbauer kündigte allerdings an, dass er die für Mittwoch in Seattle geplante Feier zur Vorstellung des neuen Modells 777X wegen des Unglücks verschieben werde. Bis Ende letzten Jahres wurden rund 350 Maschinen der MAX-Version ausgeliefert.

Auch die Fluggesellschaft Ethiopian Airlines, deren Maschine abgestürzt war, hat ein Startverbot für alle baugleichen Maschinen verhängt. An Bord befanden sich keine Schweizer.

Ob die Piloten der Ethiopian Airlines diese Regel kannten und ob das neue Assistenzsystem auch beim Absturz in Äthiopien eine Rolle spielt, müssen die Unfallermittlungen ergeben.

Nun solle Kontakt mit der US-Luftfahrtbehörde FAA und mit Boeing aufgenommen werden.

Die Flugzeuginsassen haben 33 verschiedene Nationalitäten gehabt. Nach Angaben der Airline waren unter den Todesopfern aus 35 Ländern unter anderem 32 Kenianer, 18 Kanadier, 9 Äthiopier sowie jeweils 8 Amerikaner, Italiener und Chinesen.

Von der Internationalen Organisation für Migration hiess es, dass nach ersten Erkenntnissen 19 Mitarbeiter von UN-Organisationen umgekommen sein könnten.

Zuvor hatte ein Uno-Vertreter in New York von mindestens zwölf toten UN-Mitarbeitern gesprochen. Sie seien auf dem Weg zu einer Konferenz des UN-Umweltprogramms in Nairobi gewesen. Das Unglück mache ihn "zutiefst traurig", sagte Guterres weiter und drückte den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus.

An Bord des Fliegers starb auch Siziliens Regionalminister für Kultur, Sebastiano Tusa, wie der Präsident der Region Sizilien, Nello Musumeci, auf Facebook mitteilte.

Die Absturzursache war zunächst unklar. Die Absturzstelle liegt 62 Kilometer südöstlich der äthiopischen Hauptstadt. Der Start vom Flughafen Addis Abeba erfolgte bei gutem Wetter. Zu diesem Zeitpunkt befand sich die Maschine nahe der Stadt Bishoftu. Der Pilot habe "Probleme" gemeldet und um Erlaubnis zur Rückkehr nach Addis Abeba gebeten. Dafür habe er grünes Licht bekommen.

Nach dem Unglück vor Ort waren Polizisten, Soldaten und ein Ermittlungsteam der Behörde für zivile Luftfahrt. Schon beim Lion-Air-Unglück war eine Maschine betroffen, die erst wenige Monate im Einsatz war. Auch ein Informationszentrum und eine Hotline für Angehörige wurden eingerichtet.

Via Twitter sprach das Büro des äthiopischen Regierungschefs Abiy Ahmed den Angehörigen sein Beileid aus. Die Fluggesellschaft hatte die neue Maschine nach eigenen Angaben erst im November erworben. Bei dem Absturz einer Boeing 737 Max 8 der Fluglinie Lion-Air im Oktober waren in Indonesien 189 Menschen ums Leben gekommen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier schrieb: "Der Tod so vieler Menschen an Bord erfüllt mich mit tiefer Trauer". "Such- und Rettungsoperationen sind im Gange und wir haben keine bestätigten Informationen über Überlebende oder mögliche Opfer", berichtete Ethiopian Airlines. Das Einsatzverbot für die Flugzeuge gilt bis zum Abend. Zuletzt war ein Passagierflugzeug der Ethiopian Airlines im Jahr 2010 in einen schweren Unfall verwickelt. Damals explodierte eine Boeing 737-800 Nach dem Start im Libanon - 83 Passagiere und sieben Crewmitglieder kamen ums Leben.

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