Sipri-Studie: Waffenhandel nimmt weltweit weiter zu

US-Armeefahrzeuge

Dies geht aus einer neuen Analyse des schwedischen Friedensforschungsinstituts Sipri hervor.

Der Studie zufolge nahm das Gesamtvolumen internationaler Waffentransfers zwischen 2014 und 2018 verglichen mit den vorangegangenen fünf Jahren um knapp acht Prozent zu, verglichen mit den Jahren 2004 bis 2008 um 23 Prozent. Sipri begründet das unter anderem mit weniger Aufträgen aus Indien und Venezuela.

Die USA exportieren so viele Waffen wie keine andere Nation - und sie bauen ihren Vorsprung zu anderen Waffenexporteuren weiter aus. Zwischen 2009 und 2013 waren es noch 30 Prozent. Aber auch Ägypten legte zu: "Russland Frankreich und Deutschland steigerten ihre Waffenverkäufe nach Ägypten in den vergangenen fünf Jahren dramatisch", sagte Sipri-Experte Pieter D. Wezeman. Mindestens 98 Länder bezogen amerikanische Waffen. Zwar ist die Rangfolge der fünf größten Waffenexporteure unverändert mit den USA als Hauptlieferanten, gefolgt von Russland, Frankreich, Deutschland auf Platz vier und China. 21 Prozent aller Waffenexporte kamen im Untersuchungszeitraum aus dem Land. Im vergangenen Jahr hatte Sipri noch von einem Plus von zehn Prozent berichtet. Saudi-Arabien ist inzwischen zum weltweit größten Waffenimporteur aufgestiegen und hat Indien auf den zweiten Platz verdrängt. China erhöhte seine Exporte lediglich um 2,7 Prozent.

Deutschlands Hauptabnehmer sind Südkorea, Griechenland und Israel.

Ähnlich sieht es in Frankreich aus. Hauptabnehmer französischer Waffen war Ägypten.

Boliviens UN-Botschafter Sacha Sergio Llorenti Soliz mit dem Bild von Ex-US-Außenminister Colin Powell
Siegeszug des Schwindels Washington setzt weiter auf die Waffe des 21. Jahrhunderts

Beide Nationen steigerten ihre Rüstungsausfuhren deutlich: Deutschland um 13 Prozent, Frankreich gar um 43 Prozent.

Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union lieferten mehr als ein Viertel aller weltweit exportieren Waffen aus.

Außerhalb Europas und Nordamerikas ist die Zahl großer Waffenexporteure vergleichsweise gering. Im Fünfjahresvergleich sank das russische Ausfuhrvolumen von 2014 bis 2018 um 17 Prozent. Im Zeitraum 2014 bis 2018 stammten 41 Prozent aller großen Waffenimporte in den EU-Mitgliedsländern aus den USA. Im Vergleich zum vorherigen Fünfjahreszeitraum stiegen sie um 29 Prozent.

Auf der anderen Seite des Handels haben die Länder des Nahen Ostens ihren Import von Rüstungsgütern um satte 87 Prozent gesteigert. Das Land verdreifachte seine Einfuhren (plus 192 Prozent). Nicht-arabischsprachige asiatische Länder werden unter Asien und Ozeanien zusammengefasst. In diese Region werden dem Institut zufolge noch immer die meisten Waffen weltweit geliefert - und dass trotz des beträchtlichen Anstiegs von Importen im Nahen Osten. Die größten Importeure sind Saudi-Arabien, Indien, Ägypten, Australien und Algerien. So kalkulierten die Forscher beispielsweise die Lieferung von 42 gebrauchten deutschen Leopard-Panzern 2A4 nach Chile vor zehn Jahren mit je 1,6 Millionen Sipri-TIV-Einheiten pro Panzer.

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