Nach Flugzeugunglück: Deutscher Luftraum für Boeing 737 Max 8 gesperrt

Flugzeug der Ethiopian Airlines

Ein Sprecher der Behörde widersprach allerdings Gerüchten, dass eine Sperrung des europäischen Luftraums für die 737 Max 8 geplant sei. Flugschreiber und Flugrekorder seien gefunden worden.

Kunden, die ab diesem Mittwoch auf Flüge mit einer der 15 Boeing-Max-Maschinen gebucht sind, will der Konzern auf seiner Internetseite über Änderungen der Reisepläne informieren. Man werde die Situation gemeinsam bewerten und dann prüfen, ob die bisherigen Pläne geändert werden müssen, sagte eine Sprecherin.

Ethiopian Airlines und die chinesische Luftfahrtbehörde haben Konsequenzen aus dem Flugzeugabsturz in Äthiopien mit 157 Opfern gezogen.

Der zweite Absturz einer Boeing 737 Max 8 binnen Monaten sorgte für wachsende Zweifel an der Sicherheit des Flugzeugtyps und machte Anleger nervös. Die Aktie von Boeing sank am Tag des Absturzes um beinahe 7 Prozent, seitdem ist sie 26 Prozent höher gestiegen, verglichen mit einem Plus von 4 Prozent im Index Standard & Poor's 500. Das hat eine Sprecherin des Auswärtigen Amts inzwischen offiziell bestätigt. Der Touristikkonzern Tui will ab April auch mit dieser Boeing zu den Kanaren fliegen.

Das Flugzeug stürzte wenige Minuten nach dem Start auf einem Feld östlich von Addis Abeba ab. Betroffen sind dort demnach 96 Flugzeuge.

Auch die norwegische Fluggesellschaft Norwegian stellte den Betrieb der betroffenen Boeing Maschinen bis auf Weiteres ein. Ähnliches gilt in Argentinien für fünf Maschinen der Gesellschaft Aerolíneas Argentinas und in Brasilien für sieben Maschinen der Gesellschaft Gol.

Hersteller Boeing äußerte sich zunächst nicht näher zu dem Unglück, kündigte aber die Entsendung von Experten nach Äthiopien an. Die FAA teilte mit, man werde "geeignete Maßnahmen ergreifen, wenn die Daten darauf hindeuten, dass dies erforderlich ist". Am 25. Januar 2010 stürzte eine Boeing 737-800 der Fluggesellschaft vor der libanesischen Küste ins Mittelmeer, die 90 Insassen starben.

Der Koordinator der Bundesregierung für die Luft- und Raumfahrt, Thomas Jarzombek (CDU), warnte nach dem Absturz in Äthiopien vor übereiltem Handeln. Indiens Jet Airways hat fünf baugleiche Maschinen. Der Boeing-Vorstandsvorsitzende Dennis Muilenburg sagte dagegen im Dezember, die Max sei ein sicheres Flugzeug, und Boeing habe keine betrieblichen Details von Fluggesellschaften und Piloten ferngehalten. Dort hieß es, die Flugzeuge seien derzeit nicht in Betrieb. Chinas Luftfahrtbehörde hatte in der Begründung des Startverbots darauf verwiesen, dass es bei beiden Unglücken "gewisse Ähnlichkeiten" gegeben habe. Die amerikanische Luftfahrtaufsichtsbehörde FAA bescheinigte der 737 Max 8 ungeachtet des Absturzes zweier Maschinen die Flugtauglichkeit. Falls zwischen den beiden Abstürzen der Ethiopian Airlines und der Lion Air Parallelen gefunden werden, könnten die Folgen für Boeing dramatisch sein, sagt Mary Schiavo, frühere Inspekteurin des "U.S. Transportation Department": "Fluggesellschaften könnten alarmiert sein". Beide Flüge waren bei gutem Wetter kurz nach dem Start in Schwierigkeiten gekommen.

Nach dem erneuten Absturz einer Boeing 737 Max 8 haben mehrere Länder ein Startverbot für den Flugzeugtyp erlassen. Zur Unglücksursache konnte die Airline zunächst nichts sagen.

Der Flugzeugbauer Boing hat nun eine rasche Erweiterung einer umstrittenen Steuerungssoftware versprochen. Das sogenannte Maneuvering Characteristics Augmentation System (MCAS) war nach dem Absturz, bei dem 189 Menschen ums Leben kamen, schwer in die Kritik geraten. Auf dem Flughafen Singapur - einem der größten weltweit - dürfen bis auf Weiteres keine Passagiermaschinen des Typs Boeing 737 Max 8 mehr starten und landen.

Die Überarbeitung der Software erfolgte Boeings Mitteilung zufolge im Zuge des im Oktober in Indonesien abgestürzten Lion-Air-Flugs 610 und werde in den kommenden Wochen bei sämtlichen 737-Max-Maschinen installiert. Sie untersuchen, ob fehlerhafte Messwerte eines Sensors ein automatisches Signal zum Absenken der Nase des Flugzeugs ausgelöst haben könnte, das die Piloten der Lion-Air-Maschine erfolglos abzuschalten versuchten.

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