Volkswagen-Kernmarke streicht bis 2023 bis zu 7000 Stellen - Politik

Volkswagen AG

Volkswagen will bei seiner Kernmarke VW Pkw in den kommenden fünf Jahren zusätzlich bis zu 7.000 Stellen abbauen. Die bis 2025 geltende Beschäftigungssicherung bekräftigte der Autobauer am Mittwoch in Wolfsburg bei der Vorlage der neuen Sparpläne aber.

Die Stellen sollen in der Verwaltung wegfallen. Die allgemeinen Sachkosten und der Personalbedarf in der Verwaltung sollten um 15 Prozent gesenkt werden, hieß es vom Unternehmen. Inklusive der technischen Entwicklung beschäftigt VW in indirekten Bereichen rund 54.000 Mitarbeiter. Mit den bisherigen Maßnahmen habe VW bereits viel erreicht, sagte der für das Tagesgeschäft zuständige Manager Ralf Brandstätter. Aktuell werde aber kein weiterer Personalabbau über die laufenden Streichungen und die neuen Pläne hinaus angepeilt, sagte VW-Personalvorstand Gunnar Kilian.

Betriebsratschef Bernd Osterloh warnte vor einer Zwei-Klassen-Belegschaft. Altersteilzeit könne es zudem nur nach dem Prinzip der "doppelten Freiwilligkeit" geben: "Die jeweilige Aufgabe muss entfallen und betroffene Kolleginnen und Kollegen müssen früher in den Ruhestand wollen". "Einer Fremdvergabe werden wir nicht zustimmen", sagte Osterloh.

Er kritisierte die Aussagen zu den 5000 bis 7000 Arbeitsplätzen, weil ihm keine Herleitung dieser Größenordnung bekannt sei. Der Vorstand habe sich bisher geweigert, die Jahrgänge nach 1961 für die Altersteilzeit freizugeben, obwohl viele Kollegen nach einem langen und harten Arbeitsleben darauf warteten, so Osterloh. Die Begründung hatte am Dienstag schon Brandstätters Chef, der VW-Vorstandsvorsitzende Herbert Diess, geliefert: Es wird Geld für die hohen Investitionen in Elektroantrieb und Vernetzung der Autos gebraucht. Das eröffnet Spielraum für das Management, über Stellenstreichungen Kosten zu sparen.

Bereits seit einigen Tagen stand ein weiterer Personalabbau bei der Marke VW im Raum. Deswegen will der Autokonzern tausende Stellen im Unternehmen streichen - ein Großteil davon in Wolfsburg. "Aber wir müssen noch deutlich mehr tun, um die anstehenden Herausforderungen auch in der Zeit nach 2020 zu bewältigen". Von 100 Euro Umsatz aus dem Autoverkauf sollen also sechs Euro Gewinn bleiben. "Sie genügt nach wie vor nicht unseren Ansprüchen". Brandstätter sieht Sparmöglichkeiten vor allem durch die Automatisierung von Routinearbeiten. Volkswagen will deshalb auch die Modellvielfalt reduzieren und Materialkosten senken.

Im Herbst 2016 hatte VW bei der Marke mit der Arbeitnehmerseite bereits ein großes Sparprogramm verabredet, das bis Ende 2020 läuft. Es sieht den weltweiten Abbau von 30 000 Stellen vor, 23 000 davon in Deutschland. Das Programm sollte eine Ergebnisverbesserung von 3,7 Milliarden Euro ab 2020 bringen und die Produktivität der Werke deutlich erhöhen. China steht bei der Marke für rund die Hälfte aller verkauften Autos. In diesem Jahr kommt eine weitere Stufe neuer Abgas- und Verbrauchstestverfahren, die im vergangenen Jahr soviel Ärger machten und Geld gekostet haben.

VW will bis zu 7.000 Jobs nicht neu besetzen.

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