Vorwurf des Betrugs an Aktionären: US-Börsenaufsicht verklagt VW

Vorwurf des Betrugs an Aktionären: US-Börsenaufsicht verklagt VW

VW habe dort von April 2014 bis Mai 2015 Unternehmensanleihen und verbriefte Wertpapiere in Höhe von über 13 Milliarden Dollar ausgegeben, während Top-Manager des Konzerns bereits von den Abgasmanipulationen gewusst hätten.

Die US-Börsenaufsicht SEC hat Volkswagen im Dieselskandal wegen angeblicher Verstöße gegen amerikanische Wertpapiergesetze verklagt. Im Geschäftsbericht hatte VW am Dienstag auch mitgeteilt, dass die US-Börsenaufsicht den Konzern im Januar 2017 informiert hatte, dass sie rund um die Begebung von Anleihen und vermögensbesicherten Wertpapieren (sogenannte ABS - Asset Backed Securities) ein förmliches Ermittlungsverfahren eingeleitet habe. Winterkorns Anwalt war am Freitag zunächst nicht zu erreichen. Sein Sprecher lehnte eine Stellungnahme ab und verwies für Anfragen an VW.

Neben dem Konzern beschuldigt die SEC auch den ehemaligen VW-Konzernchef Martin Winterkorn. Dabei gehe es um Wertpapiere, die nur erfahrenen Großanlegern verkauft worden seien. Die Klage weise erhebliche juristische und inhaltliche Mängel auf, teilte ein Sprecher mit.

Volkswagen erklärte, der Konzern werde sich energisch gegen die beispiellose Klage wehren. "Diese Großanleger wurden in keiner Weise geschädigt und haben alle Zahlungen von Kapital- und Zinsbeträgen vollständig und fristgerecht erhalten". "Bedauerlicherweise versucht die SEC, nun noch einmal draufzusatteln", so der Sprecher. VW hatte bereits in seinem jüngst vorgestellten Jahresbericht 2018 darauf hingewiesen, dass die SEC Auskunft wegen möglicher Verletzungen von Wertpapiergesetzen verlangt habe. Wenige Tage später trat Winterkorn zurück.

Um Abgastests zu bestehen, setzt Volkswagen manipulierte Software ein und fliegt damit 2015 in den USA auf. Darüber hinaus soll Winterkorn untersagt werden, bei Unternehmen als Manager oder Verwaltungsrat tätig zu sein, deren Aktien an US-Börsen zum Handel zugelassen sind. Die US-Staatsanwaltschaft wirft dem 71-Jährigen Verschwörung zur Täuschung der Behörden bei den Abgasmanipulationen vor.

Einschließlich Bußgeldern gegen VW und die Tochter Audi in Deutschland und weiteren Ausgaben türmen sich die Kosten für die Wiedergutmachung des Dieselskandals inzwischen auf 29,0 Milliarden Euro.

Volkswagen sieht sich - neben Klagen von Autokäufern - auch in Europa einer Reihe von Anlegerklagen gegenüber, vor allem im Kapitalanlegermusterverfahren von Aktionären vor dem Oberlandesgericht Braunschweig.

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