Anschlag in Neuseeland: Weiterer Mann wegen Verbreitung von Tat-Video angeklagt

Christchurch-Anschlag Neuseeland kritisiert Verhalten von türkischem Präsident Recep Tayyip Erdogan

Sorgenvoll hochgezogene Augenbrauen, die Lippen verschlossen, die Haare bedeckt von einem schwarzen Tuch mit goldenem Rand und ein Blick, der den Schmerz der ganzen Nation spiegelt: Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern (38) erhält für ihre Auftritte nach dem rechtsextremen Terrorangriff in Christchurch, bei dem 50 Menschen ums Leben gekommen sind, in der internationalen Presse und in den sozialen Medien großes Lob. Erdogan stellte die Tat als allgemeinen Angriff auf den Islam und die Türkei dar.

Erdogan hatte am Dienstag in einer Wahlkampfrede gesagt, dass der Todesschütze nach der Rechtslage in Neuseeland nicht mehr als 15 Jahre absitzen könnte. "Wie billig doch ein Menschenleben ist", sagte er. Erdogan hatte zuvor mehrfach die "Islamophobie" des Westens kritisiert. Zugleich warnte er, dass Australier mit antimuslimischer Gesinnung das gleiche Schicksal erleiden könnten wie Soldaten, die im Ersten Weltkrieg gegen das Osmanische Reich gekämpft hatten. Australien bestellte am Mittwoch wegen Bemerkungen von Präsident Erdogan den türkischen Botschafter ein.

"Ihre Großväter kamen und sahen, dass wir da sind". Danach kehrten manche auf ihren Beinen, manche in Särgen zurück. Wenn Erdogan seine Kommentare nicht zurücknehme, seien "alle Optionen auf dem Tisch".

Der australische Premierminister Scott Morrison warf Erdogan vor, die gefallenen australische und neuseeländische Soldaten "hochgradig beleidigt" zu haben. Der Jahrestag der Landung in Gallipoli am 25. April 1915 ist als "Anzac Day" ein nationaler Feiertag in Australien und Neuseeland. Morrison weigerte sich, eine Entschuldigung anzunehmen. "Und natürlich beunruhigt der Aufstieg der Türkei die verbliebenen Kreuzritter", zitiert die Nachrichtenagentur Anadolu den türkischen Staatschef.

Erdogans Kommunikationsdirektor Fahrettin Altun versuchte am Abend, die Spannungen zu lindern: Er twitterte, Erdogans Äußerungen seien gegen das "Manifest" des Täters gerichtet gewesen, nicht gegen Besucher aus Australien, und aus dem Zusammenhang gerissen worden.

Winston Peters, der auch Neuseelands Außenminister ist, werde in der Türkei "auf unverblümte Art und Weise" deutlich machen, dass die muslimische Gemeinde in Neuseeland "die Unterstützung aller Neuseeländer" habe, sagte Jacinda Ardern.

Ardern sagte im Parlament, der Anschlag auf die Moscheen sei der schlimmste "Terrorakt" in der Geschichte Neuseelands gewesen. Sie erwarte aber nicht, dass das "fest verankerte" Verhältnis zur Türkei "verloren gehe". Der Zeitung "NZ Herald" zufolge wird er zuerst nach Indonesien reisen.

Fünf Tage nach dem furchtbaren Anschlag auf zwei Moscheen in Neuseeland sind am Mittwoch die ersten Todesopfer beigesetzt worden. Im Islam ist es eigentlich üblich, Tote innerhalb von 24 Stunden zu beerdigen. Der 23-jährige Mohamed Safi, dessen Vater Matiullah Sadi in der Al-Noor-Moschee getötet wurde, äußerte seinen Ärger über die Behörden, die den trauernden Familien keinen Hinweis darauf gegeben hätten, wann sie die Leichen freigeben würden.

Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern am Montag während einer Parlamentssitzung. "Sie sagen uns nichts", sagte der afghanische Flüchtling vor dem Familienhilfezentrum in Christchurch.

Bis Mittwochabend (Ortszeit) wurden erst 30 der Toten freigegeben. Am Mittwoch wurden noch 29 Verletzte in verschiedenen Spitälern behandelt. Unter den acht Menschen, die noch in "kritischem Zustand" sind, ist auch ein vierjähriges Mädchen. "Aber er wird, wenn ich spreche, namenlos sein", sagte die Regierungschefin über den 28-jährigen Australier, dem vorgeworfen wird, am Freitag in zwei Moscheen in Christchurch auf Gläubige geschossen und 50 Menschen getötet zu haben. Zur Tatzeit soll das ganze Land stillstehen. Auf Spendenkonten für die Hinterbliebenen gingen unterdessen umgerechnet mehr als fünf Millionen Euro ein.

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