Bayer verteidigt Monsanto-Kauf

Monsanto

"Der Monsanto-Kauf war und ist eine gute Idee", sagte Baumann der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS).

Kürzlich hatte Bayer im US-Großprozess um angebliche Krebsrisiken von Monsantos Unkrautvernichter Roundup den vorentscheidenden ersten Teil klar verloren. Seit der Monsanto-Übernahme im vergangenen Sommer hat der Bayer-Konzern gut 40 Prozent an Börsenwert eingebüßt. Die Jury des zuständigen Bundesbezirksgerichts in San Francisco befand einstimmig, dass das Produkt mit dem umstrittenen Wirkstoff Glyphosat ein wesentlicher Faktor für die Lymphdrüsenkrebserkrankung eines Klägers gewesen sei.

Damit geht der Prozess nun mit derselben Jury in eine zweite Phase, in der die Haftungsfragen geklärt werden sollen. Dabei geht es auch darum, ob Monsanto über Risiken hinwegtäuschte und wie hoch der mögliche Schadenersatz ausfallen könnte.

Die Zweifel an dem größten Auslandszukauf eines deutschen Unternehmens wuchsen dadurch weiter. Anleger fürchten schwer kalkulierbarer Milliardenrisiken durch mögliche Schadenersatz- und Vergleichszahlungen. Den Höchstkurs erreichte das Papier 2015 mit gut 140 Euro.

Bayer hatte die 63 Milliarden Dollar schwere Übernahme von Monsanto erst im vergangenen Juni abgeschlossen. Die Klagewelle in den USA war infolge des Urteils so richtig ins Rollen gekommen. Bis Ende Januar wurden Monsanto in den USA glyphosatbezogene Klagen von etwa 11 200 Klägern zugestellt. Wenn es darum gehe, Unsicherheiten zu bewerten, neige die Börse zu Übertreibungen, so sagte Baumann.

"Unsere Aktionäre sind verärgert, das verstehe ich, sie leiden massiv unter den Glyphosatklagen", sagte Baumann der "FAS".

Beschwichtigen dürfte das die Anleger kaum. "Der Vorstand hat die volle Rückendeckung des Aufsichtsrats", sagte der Manager, der im April mit einer turbulenten Hauptversammlung rechnen muss. So bezeichnete Christian Strenger, Gründungsmitglied der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex, den Monsanto-Kauf jüngst in einem dem "Manager Magazin" vorliegenden Brief als "den größten und schnellsten Wertvernichter der Dax-Geschichte".

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