Bundesregierung prüft Impfpflicht gegen Masern für Kinder

Owen Humphreys  PA Wire  dpa

Lauterbach betonte, dass die SPD sich für eine Impfpflicht für Kinder einsetzen werde - allerdings eine, die sich auf Masern begrenzen solle. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sagte der Nachrichtenagentur dpa, man sei besorgt über die steigende Zahl der Maserninfektionen in Deutschland, die zu viele Menschen "auf die leichte Schulter" nähmen. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, er sei mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) im Gespräch und "zuversichtlich, dass wir demnächst einen entsprechenden Vorschlag vorlegen können". "Die FDP spricht sich für eine gesetzliche Impfpflicht für Kinder bis 14 Jahre aus", bestätigt Michael Theurer, Vize-Fraktionsvorsitzender der FDP im Bundestag. "Seine Kinder nicht impfen zu lassen, ist verantwortungslos gegenüber dem Wohl des eigenen Kindes und auch gegenüber Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht selbst geimpft werden können". Dem Redaktionsnetzwerkes Deutschland sagte sie, statt auf Zwang und Sanktionen zu setzen, müsse man das Vertrauen in eine gute Beratung stärken. Spahn müsse den Zugang zu Impfungen erleichtern. Diese könnten auch in Schulen und Kitas angeboten werden.

Der aktuelle Anlass für die erneute Debatte ist eine verstärkte Häufung von Masern-Fällen - vor allem in Bayern, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Masernerkrankungen seien extrem ansteckend und potentiell tödlich. Besonders gefährdet sind Kinder im ersten Lebensjahr, die noch zu jung für eine Masern-Mumps-Röteln-Impfung sind.Auch internationale Organisationen warnen massiv vor einer alarmierenden Zunahme von Masernfällen: Weltweit hätten im vergangenen Jahr 98 Länder ein stärkeres Auftreten der Virusinfektion registriert als im Vorjahr, heißt es in einem aktuellen Bericht des UN-Kinderhilfswerks Unicef. Dadurch würden in der Vergangenheit erzielte Fortschritte gegen diese oft todbringende Krankheit zunichte gemacht. Masern zum Beispiel hätten auch wegen der Impfgegner weltweit um zuletzt 30 Prozent zugenommen.

In Deutschland droht in mehreren Regionen eine neue Masernwelle. Ein Mensch starb, rund 40 Prozent der Erkrankten mussten stationär behandelt werden.

Eigentlich sollten die Masern bis 2015 ausgerottet sein, dazu hatte sich die Bundesregierung 2011 vor der Weltgesundheitsorganisation verpflichtet.

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