Neue Studie warnt vor zu viel Cannabis

Cannbis und Psychosen

Für Prof. Ursula Havemann-Reinecke, Oberärztin an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Göttingen, wäre es darüber hinaus interessant, Daten zu anderen psychischen Störungen zu betrachten - etwa Angst- und depressive Störungen.

Für die aktuelle Analyse schätzten die Forscher um Marta Di Forti vom King's College London die Häufigkeit von Psychosen in den jeweiligen Städten. Zwar gibt es eine Korrelation zwischen dem Cannabis-Konsum in einer Stadt und einer höheren Zahl von Psychosen - ob diese aber tatsächlich auf die Verwendung der Droge oder aber andere, noch unbekannte Faktoren zurückzuführen ist, bleibt letztlich unklar.

In einer Berechnung der sogenannten "Population Attributable Fraction" (PAF) kommt Di Forti zu dem Ergebnis, dass in den 11 Regionen im Durchschnitt 12,2 % (3,0-16,1 %) der FEP-Fälle vermieden werden könnten, wenn dort keine hochdosierten THC-Produkte mehr verfügbar wären. Für London berechneten die Wissenschaftler sogar eine Quote von 30 Prozent vermeidbarer Psychosen, für Amsterdam einen Spitzenwert von 50 Prozent.

London - Junge Patienten in der ersten Episode einer Psychose gaben in einer internationalen Fall-Kontroll-Studie häufig einen täglichen und hochdosierten Cannabiskonsum an. In Amsterdam sind die Zahlen besonders frappant: Dort stehen 40 Prozent aller neuen Psychosefälle mit täglichem Kiffen in Verbindung, 50 Prozent mit hohem THC-Gehalt.

Verändert schon geringer Konsum von Cannabis die Gehirnstruktur von Teenagern? Es sei im Zuge der Legalisierungsinitiativen in verschiedenen Ländern von besonderer Bedeutung für die öffentliche Gesundheit, auch die möglichen Nebenwirkungen täglichen Hanf-Konsums zu berücksichtigen.

Dafür untersuchten die Wissenschaftler, wie viele Erstfälle von Psychosen überhaupt zwischen 2010 und 2015 aufgetreten waren.

In Amsterdam hatte jeder zweite Patient mit neu diagnostizierter Diagnose Cannabis mit einem THC-Gehalt von über 10 Prozent konsumiert.

Dabei stellte sich heraus, dass in der Gruppe der Psychotiker deutlich mehr täglich Cannabis konsumierten (244 von 901, 29 Prozent) als in der Gruppe der Gesunden (84 von 1237, 7 Prozent). "Die Studie zeigt, wie viele andere Studien auch, dass Cannabis keine harmlose Substanz ist". Auch von Stefan Borgwardt, Chefarzt und stellvertretender Direktor der Klinik für Erwachsene der Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK) Basel: "Das ist eine sehr relevante Studie der etabliertesten Forschungsgruppe auf dem Gebiet der Cannabisforschung bei Psychosen". "So besteht immer noch die Möglichkeit der alternativen Erklärung, dass Teilnehmer mit erstmaligen Psychosen mehr Cannabis gebrauchen - anstatt anders herum, wie es die Autoren recht plausibel und überzeugend begründen". "Die Studie ist ein weiterer Beleg dafür, dass eine Legalisierung von Cannabis in gesundheitspolitischer Hinsicht verheerende Folgen hat". In London wären es statt 46 nur noch 32 Psychosefälle pro Jahr.

"Wir haben auch in Deutschland einen Anstieg von THC in Cannabisprodukten zu verzeichnen".

Nach Meinung von Rainer Thomasius, dem Ärztlichen Leiter des Deutschen Zentrums für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters am Universitätsklinikum Eppendorf in Hamburg, sollte die Studie ein Anlass sein, die Aufklärung über das Psychose-Erkrankungsrisiko durch regelmäßigen Cannabisgebrauch zu intensivieren. Laut Drogen- und Suchtbericht 2018 liege der THC-Gehalt hierzulande im Mittel für Haschisch bei fast 15 Prozent und für Blütenstände der Hanfpflanze bei gut 13 Prozent.

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