Banken: Banken-Mitarbeiter wollen gemeinsam gegen Fusion kämpfen

Marc-Steffen Unger

Commerzbank-Chef Martin Zielke versprach seinen Mitarbeitern eine möglichst schnelle Entscheidung. Aber in der Deutschen Bank steckten viele versteckte Risiken, wie zuletzt die Geldwäschevorwürfe zeigten, gibt er zu bedenken. Bei den Aktionären und in ihren Aufsichtsräten müssen die beiden Konzernchefs aber noch viel Überzeugungsarbeit leisten.

Zielke selbst wandte sich in einem Brief an die 49.000 Mitarbeiter des Geldhauses.

Die Aktien der Deutschen Bank sind um etwa zwei Drittel eingebrochen, seit Katar erstmals vor fünf Jahren investiert hatte.

Jetzt reden sie also doch miteinander, die Vorstände der Deutschen Bank und der Commerzbank.

Der Geldwäschebeauftragte und "Head of Anti-Financial Crime" der Deutschen Bank musste sich am Montag den Fragen empörter Europaabgeordneter stellen.

Deutsche-Bank-Chef Sewing hatte am Donnerstag seinen Aufsichtsrat über den Stand der Gespräche mit dem kleineren Frankfurter Konkurrenten informiert. Er habe Vor- und Nachteile eines Deals präsentiert, aber keine Präferenz erkennen lassen, sagten mehrere mit den Beratungen vertraute Personen am Freitag. Beide Banken würden gegenseitig ihre Bücher prüfen, um weiter über eine mögliche Fusion zu beraten. Auf einer Konferenz in Frankfurt sagte der stellvertretende Blackrock-Vorsitzende Philipp Hildebrand, man sei von der Idee "nicht überzeugt". Er verstehe die Überlegung hinter dem Fusionsplan nicht.

Darauf hätten sich die bei der Gewerkschaft Verdi organisierten Arbeitnehmervertreter beider Geldhäuser verständigt, schreibt das Blatt. Im Falle einer Fusion würden die Kosten deutlich gesenkt, weil beide Institute rund jede dritte Filiale einsparen könnten, zitierte die Zeitung heute Kreise beider Banken.

Bei einer Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank entstünde das mit Abstand größte Geldhaus in Deutschland. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) und sein Staatssekretär, der ehemalige Goldman-Sachs-Deutschlandchef Jörg Kukies, hatten in der Vergangenheit betont, dass Deutschland starke Banken brauche. Sie fürchten den Verlust Zehntausender Jobs und die Schließung zahlreicher Filialen.

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