Monsanto verliert Prozess gegen Krebskranken

Für Bayer ist der Fall höchstbrisant

Was haben die Richter entschieden?

Bayer verlor damit in den USA einen weiteren wichtigen Prozess um angeblich krebserregende Produkte der Tochter Monsanto.

Das zum deutschen Bayer-Konzern gehörende US-Unternehmen Monsanto muss fast 81 Millionen Dollar (knapp 72 Millionen Euro) an den an Krebs erkrankten US-Bürger Edwin Hardeman zahlen. Bemerkenswert: Die Anwältin des Klägers hatte lediglich eine Zahlung in Höhe von 18 Millionen Dollar gefordert.

Bayer kündigte zudem an, gegen das Urteil Rechtsmittel einzulegen. Die Hardeman zugesprochenen 80,3 Millionen Dollar setzen sich zusammen aus 5,3 Millionen Dollar regulärem Schadensersatz und 75 Millionen Dollar Strafschadensersatz, der im US-Recht zusätzlich verhängt werden kann. Mehrere dieser sogenannten "Bellwether trials" sind angesetzt. Das Ziel der Verfahren ist es, die möglichen Schäden und die Höhe allfälliger Vergleichszahlungen zu ermitteln. Das jetzige Verfahren war erst der Anfang: Bis Ende Januar wurden Monsanto in den USA glyphosatbezogene Klagen von etwa 11.200 Klägern zugestellt.

Bayer zeigte sich in einer Stellungnahme enttäuscht. Am Donnerstag soll bereits ein weiterer Prozess bei einem Gericht im kalifornischen Oakland starten. Bei den Klägern handelt es sich um ein krebskrankes Rentnerehepaar, das jahrelang mit Roundup hantierte und den Unkrautvernichter für sein Leiden verantwortlich macht. 2015 war bei ihm Lymphdrüsenkrebs festgestellt worden, inzwischen gilt er als geheilt. Es war das erste Urteil gegen Monsanto.

In der Forschung wird seit Jahren über die Frage gestritten, ob das in Roundup enthaltene Glyphosat Krebs auslöst oder nicht. Mehrere Umweltbehörden, darunter die Behörden in den USA und der EU, sagen Nein und haben den Wirkstoff daher zugelassen. In der Schweiz wird Glyphosat auch in der Landwirtschaft eingesetzt - mit rückläufiger Tendenz.

Trotz einer erneuten Schlappe in einem richtungweisenden Prozess um mögliche Krebsrisiken des glyphosathaltigen Unkrautvernichters Roundup haben Bayer-Aktien am Donnerstagnachmittag ins Plus gedreht. Allerdings sind die sechs Geschworenen am Bundesbezirksgericht in San Francisco zu einer anderen Auffassung gelangt. Bayer will gegen das Urteil vorgehen, denn für den Konzern ist es hochbrisant. Angesichts der mit Roundup verbundenen hohen Risiken für den Bayer-Konzern hatten sich Anleger immer stärker zurückgezogen. Doch der 63 Milliarden Dollar teure Zukauf, der erst 2018 genehmigt worden war, ist umstritten und könnte sich als toxisch für Bayer erweisen. Abzulesen ist das gestiegene Misstrauen am Aktienkurs: Die Bayer-Papiere sind heute im frühen Handel ins Minus gerutscht. Bei Bekanntwerden der richtungsweisenden Entscheidung in der vergangenen Woche sackten die Aktien um 13 Prozent ab.

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