Boeing-737-Max-Absturz: Piloten befolgten ALLE Notfall-Anweisungen

Boeing 737 Max 8

Der Luftfahrtriese Boeing gerät nach dem Flugzeugabsturz in Äthiopien weiter in Erklärungsnöte. Nach dem Absturz in Äthiopien hatten die EU und zahlreiche Staaten ein Flugverbot für Maschinen vom Typ Boeing 737 Max verhängt. "Der Untersuchungsbericht soll Sicherheit gewährleisten und keine Schuld zuweisen", stellt Ministerin Dagmawit Moges klar.

Doch letztlich verdichtet sich der Eindruck, dass mit dem Flugzeugtyp Boeing 737 Max an sich etwas nicht stimmt.

Weitere Aufschlüsse werden vom Zwischenbericht zum Ethiopian-Airlines-Unglück erwartet, der nach früheren Meldungen noch in dieser Woche veröffentlicht werden soll. Das würde die Crew entlasten. Doch der vorläufige Untersuchungsbericht dürfte den Druck auf Boeing nicht verringern. Es war der zweite Absturz eines solchen neuen Flugzeugmodells kurz nach dem Start. Erst seit 2017 sind die Maschinen bei Fluggesellschaften im Einsatz, gut 370 hat Boeing schon ausgeliefert. Sie waren dennoch nicht in der Lage, die Kontrolle über das Flugzeug wiederzuerlangen, so Verkehrsministerin Dagmawit Moges bei einer Pressekonferenz in Addis Abeba. Was genau die Piloten dagegen unternahmen, blieb vorerst offen.

Der Absturz unweit von Addis Abeba hat den US-amerikanischen Flugzeughersteller Boeing und die US-Luftfahrtbehörde FAA stark unter Druck gebracht. US-Ermittler untersuchen bereits, ob bei der Zulassung der 737-Max-Serie alles mit rechten Dingen zuging. Reaktionen von Boeing oder den Behörden auf den "WSJ"-Bericht liegen noch nicht vor". Man empfehle dem Hersteller, dass das Flugsteuerungssystem untersucht werde. Sollte sich ein Verdacht bestätigen, wonach der Konzern beim Zulassungsverfahren Informationen zurückgehalten hat, könnte dies strafrechtlich erhebliche Konsequenzen haben.

Diese wurde von Boeing extra für die neue Flugzeugreihe entwickelt, um Sackflügen vorzubeugen, denen die Flugzeuge bei bestimmten Flugmanövern ausgesetzt werden könnten.

Flugunfallermittler arbeiten an der Absturzstelle von Flug 302 der Ethiopian Airlines in der Nähe von Bishoftu. Darüber hinaus soll Boeing der FAA verschwiegen haben, dass nachträgliche Änderungen beim MCAS vorgenommen wurden, die den maximalen Trimmausschlag betrafen. Allerdings wird vermutet, dass das System mehrfach fälschlicherweise in die Steuerung eingegriffen hat und die Nase des Flugzeugs Richtung Boden senkte, ohne dass die Piloten den Fehler korrigieren konnten. Bis abschließende Ergebnisse zu den Unglücken vorliegen, wird es zwar noch dauern. Falls herauskommt, dass ein Herstellermangel Grund für die Abstürze war, bekommt der Fall juristisch eine völlig andere Dimension, die zu hohen Strafzahlungen führen könnte.

Wie teuer das werden könnte, ließ sich an der Gewinnwarnung des weltgrößten Reisekonzerns Tui vergangene Woche ablesen. Boeing hatte die Technik eingeführt, um wegen der veränderten Aerodynamik der überarbeiteten 737-Max-Version die Gefahr eines Strömungsabrisses zu bannen, wenn Flugzeuge steil steigen. Um für die bevorstehende Sommersaison gerüstet zu sein, hat Tui-Chef Fritz Joussen jetzt Ersatzmaschinen organisiert, die in der reisestarken Zeit besonders teuer zu mieten sind. So hat beispielsweise TUI bekanntgegeben, dass dem Konzern durch das Grounding ihrer 15 MAX-Flugzeuge bis zu 300 Millionen Euro entgehen würden.

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