Medienbericht: Unicredit offenbar an Kauf von Commerzbank interessiert

Commerzbank Entscheidung über Fusions-Gespräche am 9. April Quelle dpa

Beim Ringen um die Zukunft der großen deutschen Privatbanken bringt sich einem Pressebericht zufolge wieder einmal die Unicredit ins Spiel. Die Großbank erwäge ein Gebot für die seit der Finanzkrise teilverstaatlichte Commerzbank, berichtete die "Financial Times". Es sei allerdings unwahrscheinlich, dass Unicredit bei den derzeitigen Gesprächen zwischen der Deutschen Bank und der Commerzbank dazwischenfunkte.

Sollten diese jedoch scheitern, wie einige Experten erwarten, stünde die Unicredit dem Bericht zufolge bereit. Die italienische Bank wollte die Informationen der Zeitung auf Anfrage nicht kommentieren. Die Unicredit galt in den vergangenen Jahren immer wieder als möglicher Käufer der Commerzbank .

Unicredit und Commerzbank lehnten einen Kommentar zu dem Bericht ab. Die Unicredit ist wegen der wirtschaftlichen Krise in Italien selbst angeschlagen, zuletzt ging es aber wieder aufwärts.

Die Unicredit-Aktie gehört seit der Finanzkrise - neben den Anteilen der Deutschen Bank und der Commerzbank - zu den größten Verlierern unter den europäischen Banktiteln. Die fusionierte Bank würde ihren Sitz weiter in Deutschland haben, während die Unicredit ihren Sitz und Börsennotiz in Mailand behalten würde. Im frühen Handel auf der Xetra-Plattform gewann die Commerzbank-Aktie am Morgen fast drei Prozent an Wert. Eine die Unicredit beratende Person sagte der Zeitung: "Diese Kombination hätte für Deutschland Sinn". Deutsche Bank und Commerzbank haben offenbar unterschiedliche Vorstellungen über Dringlichkeit und Tempo der Gespräche über eine Fusion.

Für die italienische Bank wäre es auch eine Option, um ihre zuletzt schwächelnde deutsche Dependance wieder aufzuwerten. Man könnte es als "nationalen Champion" verkaufen. Der Börsenwert der Commerzbank beläuft sich aktuell auf rund 9 Milliarden Euro. Während Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing sich mehr Zeit nehmen will, drückt Commerzbank-Boss Martin Zielke aufs Tempo, wie Eingeweihte berichteten.

Unicredit ist im deutschen Bankenmarkt seit Jahren eine wichtige Größe, nachdem die Italiener die HypoVereinsbank vor bald eineinhalb Jahrzehnten für 15 Milliarden Euro gekauft haben. Nachdem der seit 2016 amtierende Chef Jean Pierre Mustier mit den Altlasten aufgeräumt und das Kapital erhöht hat, ist die Bank aber wieder aber in ruhigeren Fahrwassern. So berichtete die "SZ" am Donnerstag unter Berufung auf einen Insider, dass es bereits an diesem Wochenende eine Vorentscheidung geben könnte.

Der "WirtschaftsWoche" zufolge will der Commerzbank-Vorstand bereits am Dienstag entscheiden, ob die Verhandlungen über einen möglichen Zusammenschluss intensiviert oder abgebrochen werden sollen. Darin seien sich Vorstand und Aufsichtsrat der Deutschen Bank einig.

Am Finanzmarkt kamen die Nachrichten zunächst gut an. Deutsche Bank-Aufsichtsratschef Paul Achleitner hatte zuletzt angekündigt, dass spätestens bei der Vorlage der Zahlen für das erste Quartal am 26. April konkretere Überlegungen präsentiert werden sollen.

Related:

Comments

Latest news

Real-Supermärkte vor dem Aus - Tausende Arbeitsplätze in Gefahr | Wirtschaft
Nach Informationen des "Handelsblatts" fällt die Wahl zwischen zwei Investoren: der x-bricks AG und Redos. Sollte Real nicht weitergeführt werden, könnte der Käufer die 65 Objekte an jemand anderen vermieten.

Amazon-Chef Jeff Bezos behält nach Scheidung 75 Prozent der Aktien
Grund für die Trennung sollen verschiedene Affären des Amazon-Gründers sein. Die Amazon-Aktien gehen demnach zu 75 Prozent an Jeff Bezos.

Dortmund Nachwuchs BVB-Kapitän Marco Reus ist Vater
Neben dem Fußball-Sprössling hatte der Verein nämlich auch noch einen 2:0-Sieg gegen den VfL Wolfsburg zu feiern. Der BVB-Präsident will nach der bislang starken Saison nun auch nach dem Titel greifen.

Deutsche Bahn zeigt jetzt Auslastung der Fernzüge an
So verweist man auch auf der Website der Deutschen Bahn darauf, dass die tatsächliche Situation von der Vorhersage abweichen kann. Um das Reiseaufkommen abzuschätzen, werden verschiedene Faktoren berücksichtigt, wie die Deutsche Bahn TRAVELBOOK mitteilte.

Datenleck: 540 Millionen Facebook-Einträge auf öffentlichen Servern gefunden
Wie viele Nutzer schlussendlich betroffen sind, ist aktuell noch unklar. Sämtliche Daten waren unverschlüsselt ohne Passwort einsehbar.

Other news