BER: Terminplan für Berliner Flughafen erneut gefährdet

Laut TÜV ist die BER-Eröffnung im Herbst 2020 „stark gefährdet

Am Freitag waren erneut Zweifel am Terminplan bekannt geworden. Nach einem Bericht des "Tagesspiegel" listet ein interner TÜV-Bericht zahlreiche Mängel am neuen Hauptstadtflughafen auf, die dessen geplante Eröffnung im Herbst 2020 höchst unwahrscheinlich machten.

Die FBB räumte ein, dass die Brandmeldeanlage nicht termingerecht zum 29. März fertiggestellt war. Aus Sprinklern tröpfelte es nur, die Entrauchungsklappen ließen sich nicht steuern, Kabel waren falsch verlegt - Überhitzungsgefahr.

"Es gibt die klare Aussage der Flughafengesellschaft und ihres Geschäftsführers: Der Flughafen eröffnet im Oktober 2020", sagte auch Brandenburgs Finanzminister Christian Görke (Linke). "Die Arbeiten der Firma Bosch sind inzwischen weitgehend abgeschlossen", sagte ein Flughafensprecher. Es werde noch einige Wochen dauern, bis der TÜV diese endgültig geprüft habe und ein Gesamtergebnis feststehe. Danach sind die Probleme umfassender als bekannt. Sie wollen den Auftrag des Untersuchungsausschusses bis in die Gegenwart ausweiten. Der Flughafen reagierte darauf zunächst nicht.

Am 8. März habe der TÜV dem Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft den Status der prüfpflichtigen Anlagen vorgestellt, erinnerte der Sprecher.

Wird der Eröffnungstermin des BER erneut verschoben? Lütke Daldrup sprach im März von weniger als 3000 Mängeln.

Ein FBB-Sprecher sagte dazu, dass sich nicht die Anzahl der Mängel geändert habe, sondern die Art der Dokumentation. "Wir haben Mängel in jeden einzelnen kleinteiligen Arbeitsschritt unterteilt, damit die Firmen bei der Abarbeitung keine Ausreden mehr haben". In den kommenden Wochen werde die Zahl schnell schrumpfen. "Das Abstellen dieser Mängel ist nach unserer Einschätzung mit einem möglicherweise hohen personellen Aufwand, aber auch einer Vielzahl von Rückbauten verbunden", soll es wörtlich in dem Dokument heißen.

Einen der Gründe für die Nervosität im Aufsichtsrat enthüllte am Freitag der "Tagesspiegel": Wegen "gravierender Mängel an Sicherheitskabeln des Brandschutzsystems" seien "Rückbaumaßnahmen" im BER-Terminal notwendig - zu Deutsch: Abriss! "Manchmal muss man einfach eine Abdeckung oder ein Wandelement abnehmen oder ein Lüftungsrohr wegnehmen, um an die sicherheitsrelevanten Kabel zu kommen". Nach wie vor ungeklärt ist nach PNN-Informationen auch das Problem der im Terminal unzulässig benutzten Plastikdübel bei der Befestigung von Kabeln, die im Brandfall weiter funktionieren müssen. So verdichteten sich Hinweise, dass die vom Flughafen erhoffte Einzelfallzulassung nicht erteilt werde. "Problem" werden. Hönemann konterte, entscheidend sei nicht die Norm, sondern dass die Dübel sicher seien. Das Nachweisverfahren hierzu sei gerade in Arbeit, ein Sonderantrag beim Landesamt für Bauen und Verkehr in Cottbus geplant.

Am Donnerstagabend waren abermals Zweifel am Terminplan bekanntgeworden. Es bezieht sich auf einen 61 Seiten starken "Statusbericht" des TÜV Rheinland vom 8. März dieses Jahres. Laut Lütke Daldrup stamme die Passage aus einem Fortschrittsbericht der Prüforganisation: "Wenn man einen Satz herausgreift, kann man in der Tat zu einer Einschätzung kommen, wie sie vorgetragen worden ist", das sei aber "nicht eine realistische Einschätzung des Projekts".

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