"Van Gogh" Auf der Schwelle zur Ewigkeit

Van Gogh“ bietet einen anderen Blick auf das Leben des legendären Malers

So ist der Film oberflächlich betrachtet ein fordernder, schneller Wechsel zwischen grau-schwarzen, bedrückenden Innenräumen im südfranzösischen Arles, wohin van Gogh 1888 aus Paris geflohen war, und beglückenden Abstechern hinaus in die leuchtende Natur. Er feierte die Nervosität, die flirrende Hitze eines Sommertags, so wie er den Himmel fürchtete, der sich nicht als schützendes Dach über den Menschen wölbt, sondern als Wolkenzelt, das seine ganze Traurigkeit, seine "äußerste Einsamkeit" umfängt, wie er in einem seiner letzten Briefe an den Bruder Theo schreibt.

Heute würde man Charaktere wie ihn vielleicht als Ausnahmekünstler feiern und gut für seine Bilder bezahlen. Ruhm und Reichtum erwuchsen daraus zu seinen Lebzeiten nicht.

Es ist einer dieser atmosphärischen Stimmungsfilme geworden, deren Ausdruck in dieselbe künstlerische Kerbe schlagen soll wie der Künstler, den es porträtiert. Es ist dieses wütende Mitleiden, das Schnabels Spielfilm "At Eternity's Gate" zu einem nicht unerheblichen Teil prägt und ihm eine ehrlich empfundene, emotionale Wucht verleiht.

Schnabel dreht keine Filme, die sich an den Gewohnheiten eines Biopics, die sich überhaupt an filmische Konventionen hielten. "Niemand will das sehen, niemand!" sagt er verächtlich. In einer Rückkehr zum virtuosen Kamerastil seines Meisterwerks "Schmetterling und Taucherglocke" taucht Schnabel mit dem Maler ein in eine verlebendigte Natur.

Ein überzeugender Willem Dafoe als genialischer Einzelgänger und eine Schar von populären Darstellern als Nebendarsteller: Julian Schnabel hat mit "Van Gogh - An der Schwelle zur Ewigkeit" ein sehr sinnliches Porträt des Malers geschaffen. Schnabel widersteht der Versuchung, der viele vor ihm erlegen sind: Er zeigt van Gogh nicht als Künstler zwischen Genie und Wahnsinn, als solchen, der sich in der einen Sekunde das Ohr abschneidet und der in der nächsten ein Gemälde für die Ewigkeit zaubert.

Das Zentrum dieses Sehens, der Maler selbst, ist der unverrückbare Mittelpunkt auch des Films.

Vincent Willem van Gogh (1853-1890) war ein spätimpressionistischer Maler.

"Van Gogh – An der Schwelle zur Ewigkeit" ist ab dem 18. April in ausgewählten deutschen Kinos zu sehen.

Benoît Delhomme fängt die Suche mal mit extremem Weitwinkel, mal mit nervöser Handkamera ein, folgt van Gogh, wie er mit der Staffelei auf dem Rücken und dem Strohhut auf dem Kopf durch die Landschaft stapft. "Aber vielleicht bin ich ein Maler für Menschen, die noch nicht geboren sind". Der 63-jährige US-Schauspieler, der oft aussieht wie ein Selbstporträt von van Gogh, gibt hier eine außergewöhnliche Leistung. Das Ergebnis ist vor allem technisch bemerkenswert, konnte aber wenig Neues zu den Legenden und Mythen rund um den niederländischen Künstler beitragen. Seine Werke sind Millionen Euro wert.

All diese Perspektiven korrespondieren mit van Goghs inneren Zuständen: seiner Unruhe, seiner Unsicherheit darüber, ob seine Gemälde etwas taugen, ob die Welt schon bereit ist für seine Kunst. Schnabel hakt die weiteren bekannten Stationen dieser Künstlervita ab: Der Protest der braven Bürger von Arles und die Aufenthalte in der Heilanstalt.

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