Verletzte Urlauber in Deutschland gelandet

Rettungskräfte sind nach einem schweren Busunglück auf der portugiesischen Ferieninsel Madeira im Einsatz

Es sollte ein gemütlicher Ausflug zum Abendessen werden, aber er endete in einer Tragödie: Bei dem Busunglück auf Madeira starben 29 Menschen, viele von ihnen Deutsche.

Die meisten Überlebenden der Buskatastrophe von Madeira haben die portugiesische Ferieninsel verlassen. Tomasia Alves, Sprecherin des Krankenhauses in der Inselhauptstadt Funchal, sagte, man wolle versuchen, die Identifizierung an diesem Wochenende abzuschließen. Vom Auswärtigen Amt hieß es zuvor, ein Flugzeug der Bundeswehr stehe für die Rückkehr der Verletzten bereit. Die Flugzeit bis Deutschland beträgt etwa drei Stunden. Aus "medizinischen Gründen" habe sie noch keine Erlaubnis für die Heimreise. 27 Menschen wurden verletzt, unter ihnen auch der portugiesische Fahrer und die portugiesische Reiseführerin.

Am Mittwoch war auf Madeira ein Reisebus von der Straße abgekommen und hatte sich überschlagen. Sieben Betroffene wollten nach Angaben des Reiseveranstalters Trendtours mit normalen Flügen heimkehren.

"Unabhängig von den Verletzten fliegen die ersten Gäste heute zurück", sagte ein Sprecher. Ein weiterer Deutscher sei bereits am Freitag zurückgekehrt, berichteten Mitarbeiter des behandelnden Krankenhauses, ein weiterer sei noch nicht reisefähig. Die Bundesregierung arbeite mit "Hochdruck daran, die Verletzten, die transportfähig sind, nach Hause zu bringen, diejenigen, die ums Leben gekommen sind, zu identifizieren, und die Angehörigen zu informieren", sagte Maas am Freitag. Jedoch wird weiterhin ermittelt. Auch die Identifizierung der Toten könnte abgeschlossen werden. Die Obduktion der überwiegend aus Deutschland stammenden Toten sei vom Nationalen Institut für Rechtsmedizin und Forensische Wissenschaften in Zusammenarbeit mit der Polizei durchgeführt worden, zitierten portugiesische Medien eine Mitteilung des Justizministeriums vom Freitagabend.

Funchal - Der aus Deutschland entsandte Luftwaffen-Airbus soll im Laufe des heutigen Samstags zwölf der bei dem Busunglück auf Madeira verletzten Urlauber in die Heimat zurückfliegen. Wann Details zu den Opfern und ihren Herkunftsorten in Deutschland bekannt gegeben werden sollten, blieb zunächst unklar.

Am Morgen hatten Krankenwagen nach und nach die Verletzten von der Klinik zu dem Lazarettflugzeug gefahren. In den Ambulanzen seien Ärzteteams aus Portugal und Deutschland im Einsatz. Begleitet wurden die Fahrzeuge von Polizei und Zivilschutz. AFP berichtet, dass die ersten Verletzten schon kurz nach der Landung an Bord des Airbus gebracht wurden.

Die Sondermaschine der Luftwaffe, der Airbus A310 MedEvac, war am frühen Samstagmorgen von Köln-Wahn aus in Richtung Madeira gestartet und ist die fliegende Intensivstation der Bundeswehr. Die Luftwaffe bezeichnet die Maschine als "wichtiges Glied in der Rettungskette zur medizinischen Evakuierung schwer und schwerst verletzter Personen über große Distanzen". An Bord sind bis zu sechs Plätze für intensivmedizinische Behandlung. Außerdem gibt es 38 weitere Liegeplätze, wobei für 16 Patienten eine verstärkte medizinische Überwachung mit Monitoren möglich ist. Die medizinische Besatzung kann bis zu 25 Menschen zählen. Es sei eine "ohrenbetäubende Stille" eingetreten, "ein Schrei aus Stille, wie in einem Schockzustand", berichtete Rita Castro, die das Geschehen nach eigenen Angaben aus der Nähe beobachtet hatte, im portugiesischen Fernsehen. Am Karfreitag hatten Überlebende und ihre Angehörigen in Funchal an einem Gedenkgottesdienst teilgenommen. Die 45-minütige Veranstaltung, an der auch Portugals Staatspräsident Marcelo Rebelo de Sousa teilnahm, fand hinter verschlossenen Türen statt. "Ich drücke in diesem tragischen Moment den Schmerz und die Solidarität aller Portugiesen aus", sagte der Staatschef dem portugiesischen Sender RTP.

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