Geldstrafe für Dieb von Müll-Skizzen Gerhard Richters

Maler-Skizzen aus Altpapier entwendet Ist das wirklich Diebstahl

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte die Skizzen im Juli 2016 mitgenommen hatte und sie verkaufen wollte. Der als Zeuge geladene Gerhard Richter kam nicht zum Prozess.

Am Ende verurteilt das Gericht ihn zu einer Geldstrafe von 1.315 Euro. Auch über die Skizzen aus dem Altpapier hätte er sich - so erklärte der Angeklagte es der Polizei - später gerne mit Richter "geeinigt", aber er habe ja kein Gehör gefunden. Das Kölner Amtsgericht (AG) verurteilte den 49-Jährigen am Mittwoch zur Zahlung von 3.150 Euro (90 Tagessätze zu je 35 Euro).

So bot er zwei der Werke einem Münchner Auktionshaus an - das die Werke zwar zunächst annahm, allerdings ein Echtheits-Zertifikat vom Gerhard Richter Archiv in Dresden verlangte. Es habe in der Sache schon eine Verhandlung stattgefunden, die Richterin habe dann aber entschieden, dass noch Zeugen gehört werden sollten. "Die Bilder hatten keine Signatur und keine Rahmung". "In diesem Zustand würde Richter seine Bilder nie verschenken". So oder so: "Die drei vorgelegten Bilder haben auf dem legalen Kunstmarkt keinen Wert", betont Elger. Der Wert der nicht signierten Werke beläuft sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft auf insgesamt rund 60.000 Euro. Ein Urteil könnte noch am Mittwoch fallen. Die Bilder sollen eingezogen werden. Denn die Skizzen stünden in jedem Fall noch im Eigentum Gerhard Richters."Auch, wenn die Skizzen neben der Papiertonne lagen, waren sie noch Eigentum des Künstlers", so Potthoff in der Urteilsbegründung. Richter selbst hat nach Angaben seines Ateliers an einer Strafverfolgung des Angeklagten kein Interesse, sondern wolle nur, dass die Arbeiten vernichtet werden. Eine Gerichtssprecherin: "Es gibt einen Unterschied zwischen einem Joghurtbecher und einem Werk von Gerhard Richter". Der Straftatbestand setzt voraus, dass die Sache, die gestohlen wird, "fremd" ist.

Allerdings kann es hier oft auf die näheren Umstände ankommen. Denn der Künstler sei auch noch in Bezug auf seinen Müll der Eigentümer, so das Gericht. Das wirft gerade beim so genannten Containern Probleme auf, wenn Menschen die Müllcontainer vor Supermärkten auf Essbares durchsuchen.

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