Deutsche Bank und Commerzbank : Bankenfusion gescheitert

Großbaustelle in der deutschen Bankenbranche Kommt es zur Fusion der Deutschen Bank mit der Commerzbank

Frankfurt (Reuters) - Die Deutsche Bank und die Commerzbank wollen einem Bericht der "Bild" zufolge noch am Donnerstag über ihre Fusionspläne informieren.

Nach gründlicher Prüfung seien die Vorstände der beiden Banken zu dem Schluss gekommen, dass ein Zusammenschluss keinen ausreichenden Mehrwert bieten würde, teilten die Deutsche Bank und die Commerzbank mit.

Die Anleger reagieren unterschiedlich auf die Nachricht vom Gesprächsabbruch zwischen den beiden größten Branken. Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing schrieb seinerzeit an die gut 90.000 Mitarbeiter des Dax-Konzerns: "Die Erfahrungen zeigen, dass es viele wirtschaftliche und technische Gründe geben kann, die einem solchen Schritt entgegenstehen können". Dies gelte "auch mit Blick auf die Umsetzungsrisiken, Restrukturierungskosten und Kapitalanforderungen, die mit einer solch großen Integration einhergehen". "Wir haben immer betont, dass es Fusionspartnern obliegt einzuschätzen, ob ein Zusammenschluss betriebswirtschaftlich sinnvoll ist", so Wuermeling.

Durch den Abbruch der Gespräche ist nun der Weg frei für andere Interessenten an der Commerzbank. Die Bundesbank bewerte diese Entscheidung nicht. Gleichwohl brauche die global agierende deutsche Industrie "konkurrenzfähige Kreditinstitute, die sie in aller Welt begleiten können", fuhr der SPD-Politiker fort. Deutsche Bank und Commerzbank haben miteinander über engere Formen der Zusammenarbeit gesprochen.

Die Aktie der Deutschen Bank, die bei einer Fusion der Käufer gewesen wäre, legte zuletzt um 2,7 Prozent zu.

Anders sah es bei der Commerzbank aus: Die Papiere der teilverstaatlichten Bank, die im Falle eines Zusammenschlusses von der Deutschen Bank übernommen worden wäre, gaben rund eineinhalb Prozent nach und bauten damit die Verluste der Vortage aus. Demnach machte sie im ersten Quartal überraschend viel Gewinn. Zudem zeichnet sich ab, dass die Commerzbank entgegen der Planung auch 2020 noch wesentlich mehr Geld für einen Euro Gewinn aufwenden muss als mancher Konkurrent - etwa die bei Privatkunden in Deutschland äusserst erfolgreiche Direktbank ING. Analysten hatten im Schnitt mit einem deutlichen Gewinnrückgang auf nur 29 Millionen Euro gerechnet.

Im Vorjahr hatte die Bank vor Steuern 432 Millionen Euro verdient, unter dem Strich blieben 120 Millionen Euro übrig.

Im Windschatten der Fusionsentscheidung veröffentlichte die Deutsche Bank auch Erwartungen für ihre Geschäftszahlen des 1. Quartals, welche die Bank am Freitag offiziell vorlegen will.

Mit einer Fusion wäre die drittgrößte Bank in der Euro-Zone entstanden.

Denn: Im Zuge der Finanzkrise stieg der Bund bei der Commerzbank ein.

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