Navy Seal: US-Elite-Soldat soll zahlreiche Kriegsverbrechen begangen haben

Navy Seals Ein US-Elitesoldat soll willkürlich Zivilisten getötet haben. Wurde er auch noch gedeckt

Gallagher (39) ist ein hochdekorierter Soldat, konkret Special Warfare Operator, der unter anderem als Scharfschütze, Bombenspezialist, Sanitäter und Ausbilder tätig war, im Irak und in Afghanistan etwa. Er war in Afghanistan und im Irak im Einsatz. Einen Teenager, der sich in US-Gefangenschaft befunden hatte, soll er erstochen haben, berichtet die New York Times.

Die Beweislast scheint er erdrückend, doch gingen seine Anwälte zuletzt in die Gegenoffensive. Als Gallagher davon erfuhr, soll er seine Kammeraden als "Verräter" beschimpft haben.

Die Navy Seals sind Spezialeinheiten der US-Marine, sie gelten als Eliteeinheit und waren unter anderem für die Tötung von Osama Bin Laden verantwortlich.

Über ein Dutzend Verstösse werden Gallagher nun zur Last gelegt. Für viele Amerikaner ist es unvorstellbar, dass einer dieser Helden ein Verbrecher sein soll.

So habe Gallagher in Mossul mit seinem Schafschützengewehr wahllos Zivilisten erschossen.

Eigentlich war Gallaghers Einheit in Mossul eingesetzt, um die Stadt von der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) zu befreien. Während einige in ihm ein abschreckendes Beispiel sehen, glauben andere an Gallaghers Unschuld und wollen ihn in Freiheit sehen. Darunter ein junges Mädchen, das am Tigris spaziert ist, sowie ein alter Mann, der Wasser holte - beide soll Gallagher von Weitem mit dem Scharfschützengewehr einfach anvisiert und abgeschossen haben. Gallagher brach laut Augenzeugen im Irak alle erdenklichen Regeln. Regelmässig habe er zudem in einem Kampfwagen auf einer Brücke gestoppt und grundlos auf Wohngegenden geschossen, berichten Augenzeugen.

Besonders ein Fall sorgte für Empörung: Sanitäter wollten einen erst 15-jährigen IS-Kämpfer versorgen, als Gallagher dazwischenging. Schliesslich kam er hinzu, stach dem Jugendlichen in den Nacken und den Bauch und posierte anschliessend mit einer US-Fahne über seiner Leiche. Ihre Karrieren könnten sonst in Gefahr geraten, lautete demnach die Warnung der Offiziere an die Soldaten. Diese hatten nach ihren Einsätzen im Irak eine Untersuchung der Angelegenheit gefordert. Zuständige Offizieren haben danach offenbar versucht, die Vorwürfe zu vertuschen. Im September wurde er verhaftet und sitzt seither in Untersuchungshaft.

Der Fall spaltet die USA. Trotz der schweren Anschuldigungen findet Gallagher zahlreiche Unterstützer, die ihn für unschuldig halten und in den sozialen Medien seine Freilassung fordern. Darin erklärten seine Frau Andrea und sein Bruder Sean, dass die Anschuldigungen erfunden seien.

Gallagher bekommt auch Unterstützung aus der Politik. So machten sich 40 republikanische Kongress-Abgeordnete im März in ein Schreiben für Gallagher stark. US-Präsident Donald Trump ließ Gallagher vor kurzem aus der Haftanstalt in die gemütlichere Umgebung des Balboa-Marinespitals verlegen, weil er damit dessen "frühere Leistungen honorieren" wolle.

Nach seiner Rückkehr in die USA erhielt er für seine Verdienste im Krieg einen Orden. Gallagher wurde daraufhin festgenommen. Aus dem Gefängnis in ein Navy-Krankenhaus in San Diego.

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