Revision zurückgewiesen: Schlecker-Kinder müssen nun doch ins Gefängnis

Schlecker Kinder

Das Landgericht Stuttgart hatte die beiden wegen Untreue in Tateinheit mit vorsätzlichem Bankrott, vorsätzlicher Insolvenzverschleppung und Beihilfe zu Haftstrafen von zwei Jahren und neun Monaten (Lars) bzw. zwei Jahren und acht Monaten (Meike) verurteilt.

Revision abgeschmettert: Die Kinder von Drogerie-König Anton Schlecker (74) müssen hinter Gitter.

Der Bundesgerichtshof wies die Revision zurück, setzte allerdings die Freiheitsstrafe um einen beziehungsweise zwei Monate herunter. Schlecker selbst ist vom Landgericht (LG) Stuttgart im November 2017 wegen vorsätzlichen Bankrotts in vier Fällen zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe und wegen vorsätzlichen Bankrotts in zwölf Fällen und falscher Versicherung an Eides statt zu einer Geldstrafe von insgesamt 54.000 Euro verurteilt worden (360 Tagessätze à 150 Euro).

Zur Begründung für die Änderung hieß es in der Mitteilung am Donnerstag, das Landgericht habe die den Angeklagten fehlende Schuldnereigenschaft nicht zu ihren Gunsten bedacht.

Anders als die zweijährige Haftstrafe für ihren Vater Anton Schlecker können die Strafen der Kinder nicht zur Bewährung ausgesetzt werden. Gegen das Urteil erhob er damals keinen Einspruch. Auch die Staatsanwaltschaft hatte den Spruch des Landgerichts akzeptiert. So war die von ihnen verursachte Schadenssumme letztlich höher als die ihres Vaters.

Meike Schlecker würde die Gefängnisstrafe hart treffen, befanden die Stuttgarter Richter in ihrem 141-Seiten-Urteil - das ist nun amtlich.

Staatsanwalt Heiner Römhild sagte laut Bild: "Jetzt werden die rechtskräftig Verurteilten zum Haftantritt geladen". Wann die Schlecker-Kinder die Haft antreten müssen ist noch unklar. Im Folgejahr müsste Schlecker die drohende Insolvenz spätestens gemerkt haben.

2010 steigen Antons Schleckers Kinder Lars und Meike ins Unternehmen ein. Unrentable Drogerien werden geschlossen.

Das alles hilft jedoch nichts: 2012 erklärt sich Schlecker für zahlungsunfähig - die Firma meldet Insolvenz an. Im Laufe des Jahres werden Läden geschlossen und Tausende Mitarbeiter entlassen.

Mit der jetzigen Verurteilung der Schlecker-Kinder durch den Bundesgerichtshof findet der Rechtsstreit um die Insolvenz aus dem Jahr 2012 wohl ihren vorläufigen Schlusspunkt.

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