Vilimsky gegen Wolf: "Unterste Schublade"

Strache und Vilimsky

Auf die Frage, ob er Wolf feuern würde, sagte Vilimsky: "Wäre ich der Generaldirektor, ja". Ist der Stürmer-Vergleich passend oder überzogen?

Der Auslöser der jüngsten Kontroverse: Am Dienstagabend hatte ORF-Moderator Armin Wolf in der Nachrichtensendung ZiB2 den FPÖ-Generalsekretär und EU-Spitzenkandidaten für die Europa-Wahlen Vilimsky zu dem "Rattengedicht" eines FPÖ-Lokalpolitikers aus Braunau am Inn befragt. Zur Antwort bekam er eine Kaskade aus Worten wie "skandalös", "geschmacklos", "jenseitig" und "allerletzte Schublade". "Indem Sie hier vom 'Stürmer' ein Bild hernehmen, das einem Jugendplakat gegenüberstellen und den Eindruck erwecken, dass wir in der Nähe des Nationalsozialismus seien, ist etwas, das nicht ohne Folgen bleiben darf", so der EU-Spitzenkandidat. Vilimsky zeigte sich empört und schimpfte gegen den Moderator, der regelmässig Ärger mit der FPÖ hat. Das Gebrüll aber habe die Folge, dass vielleicht Journalisten, die kein so starkes Rückgrat hätten wie Wolf, den Kopf einzögen und die eine oder andere Geschichte nicht recherchierten. Der ehemalige FPÖ-Vizekanzler und Vorsitzende des ORF-Stiftungsrates, Norbert Steger, bezeichnete den Vergleich mit dem NS-Kampfblatt "Der Stürmer" als empörend. ORF-Moderator Wolf solle doch für die Sozialdemokraten kandidieren.

"Die Politik hat sich nicht in Beschäftigungsverhältnisse von Journalisten einzumischen, völlig unabhängig davon, wie Fragestellungen oder Interviewführungen bewertet werden", erklärte Blümel in seiner kurzen Aussendung - unter Hinweis auf die "aktuellen Diskussionen", aber ohne einen Namen zu nennen.

Der eigentliche Anlass für Vilimskys Verbalangriff war eine visuelle Gegenüberstellung, die Wolf während des Interviews präsentierte.

Sehr wohl das Wort ergriff die Opposition. "Es vergeht weiterhin kein Tag, an dem die FPÖ nicht an den Grundfesten der Demokratie sägt", meinte SPÖ-Mediensprecher Thomas Drozda. "Vilimskys unverhohlene Drohungen auf berechtigte Fragen zur Abgrenzung der FPÖ gegenüber dem Nationalsozialismus sind ein weiterer besorgniserregender Schritt in Richtung illiberale Demokratie Orban'scher Prägung". Auch NEOS-EU-Spitzenkandidatin und Mediensprecherin Claudia Gamon sah sich an Ungarn erinnert. Alma Zadic ortete in Vilimskys Aussagen eine "absolute Grenzüberschreitung, nach der wir nicht einfach so zur Tagesordnung übergehen können". Einem Cartoon der steirischen Parteijugend, in dem eine einheimische Familie in grüner Tracht von finsteren Zuwanderern mit langer Nase, Bart und Buckel bedroht wird, stellte der "ZiB2"-Anchorman neben die Darstellung eines Juden aus dem NS-Kampfblatt "Der Stürmer".

Vilimsky sprach daraufhin von "unterster Schublade", die unterstellte Ähnlichkeit zum "Stürmer" sei geschmacklos und skandalös. Vilimsky kritisierte auch sonst die Berichterstattung des ORF. "Sie bringen in der ZiB1 null über unsere Kampagne", klagte Vilimsky.

Klenk kommentierte im Dlf-Interview, die FPÖ stehe gerade unter Druck, weil überall der rechte und rechtsextreme Rand der Partei offenbar werde. Die "linke Seite" in der Republik wende hier ganz aggressive Methoden an.

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