Julian Assange muss für 50 Wochen ins Gefängnis

Julian Assange bei der Ankunft am Londoner Gericht

Nun bekommt er dafür ein knappes Jahr Haft aufgebrummt, nachdem ihn die Botschaft im April vor die Tür gesetzt hatte.

Assange muss mit Gerichtsverfahren in drei Ländern rechnen - Großbritannien, Schweden und den USA.

Wikileaks-Gründer Julian Assange ist am Mittwoch wegen Verstoßes gegen seine Kautionsauflagen zu 50 Wochen Gefängnis verurteilt worden.

Er war 2012 in die diplomatische Vertretung geflüchtet. Damals lag ein europäischer Haftbefehl wegen Vergewaltigungsvorwürfen in Schweden gegen ihn vor. Assange, der die Vorwürfe immer zurückgewiesen hat, fürchtete, via Schweden in die USA ausgeliefert zu werden. Nachdem er dann auch in zweiter Instanz scheiterte, flüchtete er sich in die Botschaft Ecuadors. Indem er sich dem Zugriff der Polizei entzog, verstieß er gegen die wichtigste Kautionsauflage.

Lange Zeit hatten die US-Justizbehörden nicht bestätigt, dass eine Anklage gegen Assange vorliegt. Die Entscheidung über den Auslieferungsantrag könnte sich noch über Jahre hinziehen. Das Motto: "Wir sind alle Julian Assange". "Wir haben große Bedenken, ob er eine faire Verhandlung über seine Auslieferung in Großbritannien bekommen wird", teilte WikiLeaks in einer ersten Reaktion per Kurznachrichtendienst Twitter mit. Bei der Anhörung vor Gericht, bei der er per Videostream aus dem Gefängnis zugeschaltet war, sagte er: "Ich möchte mich nicht freiwillig ausliefern lassen für Journalismus, der viele Preise gewonnen hat und viele Menschen geschützt hat", sagte er der britischen Nachrichtenagentur PA zufolge.

Anfang April war Assange schließlich in der Botschaft verhaftet worden. Seine Anhänger im Zuschauerraum begrüßte er jedoch trotzig mit erhobener Faust. Seine Verteidigung argumentierte, Assange sei damals verzweifelt gewesen. "Es ist schwer, ein schlimmeres Beispiel dieses Vergehens vorzustellen". Mildernde Umstände sah sie nicht gegeben.

Die Plattform Wikileaks hatte 2010 für eine Sensation gesorgt, indem sie hunderttausende geheime Dokumente aus der Kommunikation von US-Botschaften veröffentlichte. Es geht dabei um die amerikanischen Militäreinsätze im Irak und in Afghanistan. Die schwedischen Behörden hatten 2017 das Verfahren eingestellt, da sich Assange den Behörden durch sein Verharren in der Botschaft entzogen hatte. Die Anwältin der Frau, die Assange beschuldigt, hat aber die Wiederaufnahme beantragt.

Im US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 veröffentlichte Wikileaks von Hackern gestohlene E-Mails der Demokratischen Partei. Die Enthüllungsplattform warnte vergangene Woche vor einer drohenden Ausweisung ihres Gründers aus der ecuadorianischen Botschaft. Correas Nachfolger Lenin Moreno wollte diesen Zustand jedoch beenden.

Droht Wikileaks-Gründer Julian Assange jetzt in den USA die Todesstrafe?

Der 47-Jährige habe unter anderem gegen die beim Asyl übliche Auflage verstoßen, sich nicht in innere Angelegenheiten anderer Staaten einzumischen. Die Geduld Ecuadors mit Assange habe ihre Grenze erreicht, sagte Moreno.

Unterstützer des Wikileaks-Gründers protestierten vor dem Gericht und blockierten zeitweise den Verkehr.

Ein ehemaliger ecuadorianischer Diplomat widersprach dieser Darstellung.

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