Brunei: Scharia-Gesetz. Horror-Sultan will Todesstrafe für Schwule nicht vollstrecken

Im Sultanat Brunei soll zukünftig gleichgeschlechtliche Liebe unter der Todesstrafe stehen

Trotzdem hatte Brunei die Einführung der Todesstrafe gegen Homosexuelle zunächst verteidigt - unter anderem auch in einem absurden Brief an das Europäische Parlament.

Offenbar reagiert er damit auf den internationalen Protest, den die Ankündigung einer Gesetzesverschärfung Ende März ausgelöst hat.

Sultan Hassanal Bolkiah, das Staatsoberhaupt von Brunei, will nun doch auf die Vollstreckung der Todesstrafe gegen Homosexuelle verzichten. Das gab Sultan Hassanal Bolkiaham Sonntag bekannt, nachdem sich massiver internationaler Widerstand gegen die Verschärfung der Scharia-Gesetzgebung geregt hatte.

Das seit zwei Jahrzehnten geltende Moratorium für die Todesstrafe nach allgemeinem Strafrecht gelte auch für Urteile auf Grundlage der Scharia, die ohnehin "ein breiteres Spektrum an Vergebung" vorsehe, versicherte der Sultan. Homosexuellen drohte die Todesstrafe durch Steinigung. Er rief dazu auf, Hotels zu boykottieren, die dem Sultan gehören.

Der von ihm regierte Kleinstaat auf der südostasiatischen Insel Borneo verfügt über große Erdölvorkommen.

In dem Sultanat sind zwei Drittel der mehr als 420 000 Einwohner muslimischen Glaubens. Viele Menschen leben trotz des Ressourcen-Reichtums des Landes in relativer Armut. Seit einiger Zeit sind konservative islamische Kräfte auf dem Vormarsch.

Das Gewohnheitsrecht und die Scharia seien beide dazu da, "den Frieden und die Harmonie des Landes" zu sichern, so Sultan Bolkiah, der auch von einem "Ermessensspielraum" sprach. Schwule und Lesben werden in der ehemaligen britischen Kolonie seit langem unterdrückt. Auch Ehebruch soll künftig mit dem Tode bestraft werden, Dieben die rechte Hand und im Wiederholungsfall auch das linke Bein amputiert werden. Frauen, die gleichgeschlechtlichen Sex haben, müssen mit 40 Stockhieben oder zehn Jahren Gefängnis rechnen. Amnesty International appellierte an Brunei, auf solch "grausame und unmenschliche Strafen" zu verzichten.

Die Bundesregierung empfiehlt in den Reisehinweisen des Auswärtigen Amt allen Brunei-Besuchern, sich mit den neuen Vorschriften vertraut zu machen (hier gibt's weitere Infos).

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