Streit um Polizeieinsatz bei Lärzer Festival: Wie gefährlich ist die "Fusion"?

Fusion Festival

Beim Veranstaltungsort, einem ehemaligen russischen Militärflugplatz, handelt es sich um ein Privatgelände, das dem Kulturkosmos gehört und auf dem seit 1997 ein zunächst kleines, inzwischen etwa 70.000 Besucher fassendes Festival stattfindet. "Die Sicherheitsbelange für solch eine Großveranstaltung müssen erfüllt werden", sagte Kärger. "Damit werden Bürgerrechte eingeschränkt", sagte er. Er gehe davon aus, dass das Festival auch in diesem Jahr stattfinde.

Der Veranstalter wehrt sich derweil massiv gegen die Forderung der Polizei, eine Station auf dem Gelände zu errichten.

Größter Streitpunkt: Die Polizei will eine Wache auf dem Festivalgelände einrichten und Streifen auf dem Festival einsetzen.

Um für Sicherheit zu sorgen, beschäftige die Fusion nicht nur einen professionellen Sicherheitsdienst, sondern setze insgesamt mehr als 10.000 Mitarbeiter und ehrenamtliche Helfer ein. Bisher hätten Veranstalter und Behörden vor Ort immer kooperativ und konfliktfrei zusammengearbeitet, "für konkrete Vorfälle, die ein neues Polizeikonzept rechtfertigen, gibt es keine stichhaltigen Belege", so Hackbusch weiter. Zudem sei genau nachzuweisen, dass auch Leute als Ordner fungierten, die auch als Ordner geeignet seien. Die Gefahrenlage in der Welt sei heute vielleicht anders zu bewerten, als in der Vergangenheit. Das Konzept sei so nicht genehmigungsfähig, sagte ein Polizeisprecher NDR 1 Radio MV.

Nicht nur in Norddeutschland ist die Fusion eine Institution, seit Jahren zieht das Elektrofestival im Müritz-Kreis immer mehr Besucher an, die sich auf vier Tage voller Kunst und Musik freuen. Eine Karte kostet rund 145 Euro. Es wurden rund 400 Ermittlungen wegen Verdachts auf Betäubungsmittel am Steuer oder wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz gegen Gäste und Anreisende eingeleitet.

Norbert Hackbusch, kulturpolitischer Sprecher der Linksfraktion Hamburg, kritisiert das Vorgehen der Behörden in einem Statement gegenüber der MOPO und stellt die Frage in den Raum, warum "ein friedliches Festival wie die Fusion, die jahrelang in ihrer Organisationsform akzeptiert wurde und die in den Jahren zunehmende Akzeptanz in der umliegenden Bevölkerung gefunden hat, plötzlich bedroht" werde. Das wollte eine Polizeisprecherin nicht bestätigen. Die Beamten würden nicht zu jedem Delikt auf das Gelände geholt. Es komme auch vor, das Geschädigte einen Raub auch erst nach dem Festival anzeigten, dann fehlten oft Beweismittel.

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