International - Studie: Medikamente stoppen HIV-Übertragung bei Gay-Paaren

Die Aids-Schleife das Symbol für die weltweite HIV-Pandemie

Medikamente gegen das HI-Virus bieten offenbar mehr Schutz als bisher gedacht.

Sie können auch verhindern, dass es bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr zu einer Ansteckung kommt. Dies könne dazu beitragen, "das Stigma und die Diskriminierung zu beseitigen, mit denen viele Menschen mit HIV noch immer konfrontiert sind", sagte Alison Rodger, Professorin am University College in London und Co-Leiterin der Studie.

Bei allen Paaren war je ein Partner nicht mit dem HI-Virus infiziert, der andere war infiziert und wurde mit der sogenannten antiretroviralen Therapie (ART) behandelt. Nach Angaben des Wissenschaftsteams hatten die Männer Geschlechtsverkehr ohne Kondom. Eine der Autorinnen der Studie sagte, ihre Ergebnisse könnten helfen, die HIV-Pandemie zu beenden. Dafür müssten aber alle Träger des Virus die Medikamente zuverlässig nehmen und überhaupt von ihrer Infektion wissen.

Im gesamten Zeitraum von im Mittel 2 Jahren habe sich keiner der nicht infizierten Partner bei seinem HIV-positiven Lebensgefährten angesteckt - trotz ungeschützten Geschlechtsverkehrs. Das belegt eine Studie mit knapp 800 homosexuellen Paaren, schreibt das englische Fachmagazin "The Lancet".

Das UN-Programm Unaids begrüßte die neuen Ergebnisse als "großartige Neuigkeiten". Das werde ihre Selbstachtung und ihr Selbstvertrauen verbessern.

Die HIV-infizierten sind mit Medikamenten behandelt worden, die das Virus im Körper kaum nachweisbar machen.

In Deutschland wissen nach Schätzungen des zuständigen Robert Koch-Instituts (RKI) für 2017 gut 11.000 Menschen nichts von ihrer HIV-Infektion.

Bereits im März 2019 war es Wissenschaftlern gelungen, einen Menschen vom HI-Virus zu heilen mittels einer Stammzellentransplantation. Von einer dauerhaften Möglichkeit der Heilung zu sprechen, wäre jedoch verfrüht. Experten betonten die Wichtigkeit, sich früh testen zu lassen. Jedes Jahr sterben etwa eine Million HIV-Patienten an Erkrankungen, die mit dem Virus in Zusammenhang stehen. Unbehandelt führt eine Infektion zu einer zunehmenden Schädigung des körpereigenen Abwehrsystems und darauf folgend auch oft zum Tod. Mit Medikamenten lässt sich die Entwicklung der Immunschwächekrankheit Aids heute aber aufhalten.

In Deutschland lebten nach RKI-Daten Ende 2017 rund 86.000 Menschen mit HIV. Die Zahl der Neuinfektionen im Jahr 2017 betrug 445 - ein historischer Tiefstand und 16 Prozent weniger als im Jahr davor.

Seit 1988 findet jährlich der Welt-AIDS-Tag am 1. Dezember statt. Er soll unter anderem dazu aufrufen, offen mit dem Thema HIV umzugehen. Stars wie Charlie Sheen oder der Basketballer Earvin "Magic" Johnson sind selbst HIV-positiv und unterstützen nicht nur AIDS-Stiftungen finanziell, sondern tragen auch dazu bei, dass die Krankheit offen thematisiert wird.

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