Siemens will Kraftwerksparte an die Börse bringen - Überregionales

Einen Generatorständer betrachtet eine Mitarbeiterin der Factory Services im Siemens-Generatorenwerk

Die neue Gesellschaft soll zudem Siemens Mehrheitsanteil am Gemeinschaftsunternehmen Siemens Gamesa, der Windkraftsparte, übernehmen, wie der Konzern gestern Abend mitteilte.

Die Abspaltung des Kraftwerkgeschäfts von Siemens betrifft laut Gewerkschaftsangaben in Deutschland fast 20.000 Mitarbeiter an 20 Standorten. "Die Veränderung ist ein großer Schritt für Siemens", sagte Kaeser. Der Technologiekonzern will sich mittelfristig von seinen Energiegeschäften trennen und sich auf die Digitalisierung konzentrieren. Dass sich der Anteil in Zukunft weiter reduziere, sei nicht ausgeschlossen, sagte ein Sprecher. Nach dem Abbau von 6000 Stellen im schrumpfenden Geschäft mit Gas- und Dampfturbinen für konventionelle Kraftwerke steht erst einmal ein weiterer Stellenabbau an. Siemens bündelt also das Geschäft mit konventionellen sowie erneuerbaren Energien, für das Gamesa zuständig ist, unter einem Dach.

Die Arbeitnehmervertreter tragen die Abspaltungspläne mit. "Sie bieten dem Bereich und seinen Beschäftigten eine bessere Zukunftsperspektive als innerhalb der Siemens AG". "Damit würde der Bereich sprichwörtlich verhungern".

Die Münchner selbst sollen danach nur noch eine Minderheitsbeteiligung an dem Geschäft behalten; die Mehrheit der Aktien wird an die eigenen Aktionäre verschenkt.

Konzernweit will Kaeser bis 2023 rund 10.400 Stellen abbauen. Nach dem gleichen Modell hatte sich Siemens vor einigen Jahren von der Lichttechnik-Tochter Osram getrennt.

Angesichts ihrer Größe und des großen Streubesitzes könnte die neue Firma ebenfalls in den Leitindex Dax einziehen. Bisher lenkt Siemens die Sparte aus dem texanischen Houston, Gamesa sitzt im spanischen Baskenland. In der Sparte ist auch das seit längerem schwächelnde Kraftwerksgeschäft enthalten. Aktuelle Zahlen will Siemens am Mittwoch bekannt geben. Eine Börsennotierung wird bis September des kommenden Jahres angestrebt. Damit baut er das Unternehmen weiter radikal in einen Digitalkonzern um. Doch auch die beiden Aushängeschilder, die künftig den Kern von Siemens ausmachen sollen, müssen umgebaut werden. Seit April besteht sein Kern aus drei operativen Einheiten: Gas und Power, smarte Infrastrukturen und digitale Industrien. Wie bereits angekündigt, sollen zentrale Konzernfunktionen wie die Verwaltung dezentralisiert und schlanker aufgestellt werden. Gleichzeitig werde Siemens mehr als 20.000 neue Arbeitsplätze schaffen. Langfristig soll die Gewinnmarge des Industriellen Kerngeschäfts 14 bis 18 Prozent erreichen. Zwar konnte der Konzern über Serviceverträge den Auftragseingang im ersten Quartal 15 Prozent auf mehr als 3,5 Milliarden Euro steigern. Zuletzt hielten sich Spekulationen, Mobility könne auch ohne Alstom an die Börse gehen. "Wir haben viel Zeit".

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