Aufzugssparte soll an die Börse: Grünes Licht für neuen Konzernumbau bei Thyssenkrupp

Aufzugssparte soll an die Börse: Grünes Licht für neuen Konzernumbau bei Thyssenkrupp

Essen (dpa) - Zu den neuen Umbauplänen und dem umfangreicheren Abbau von nunmehr 6000 Arbeitsplätzen sind bei Thyssenkrupp Gespräche zwischen dem Management und den Arbeitnehmervertretern angelaufen.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) begrüßte die Vereinbarung zwischen Unternehmen und IG Metall. "Das Konzept, das mir Vorstand und Gewerkschaften gemeinsam vorgestellt haben, ist überzeugend. Es bietet Zukunftschancen für Thyssenkrupp und für Arbeitsplätze in Nordrhein-Westfalen". "Die roten Linien sind gezogen", sagte der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende, Markus Grolms von der IG Metall, am Sonntag. Nach Laschets Worten sollen die Arbeitnehmervertreter nun an jedem jetzt anstehenden Schritt beteiligt werden.

Präsidium und Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss des Thyssenkrupp-Aufsichtsrats unterstützen die Umbaupläne des Vorstands einstimmig, wie das Unternehmen am Samstagabend mitteilte. Das teilte Thyssenkrupp-Personalvorstand Oliver Burkhard über den Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Kerkhoff hatte bereits am Freitag deutlich gemacht, dass er den Aufsichtsrat, in dem die Krupp-Stiftung und der schwedische Investor Cevian die größten Aktienpakete vertreten, auf seiner Seite sieht. Im Geschäft mit Autoteilen werde eine Führungsgesellschaft mit einem Aufsichtsrat gebildet. Martina Merz ist sowohl Vorsitzende des Aufsichtsrats als auch Vorsitzende des Strategie- und Investitionsausschusses.

Zuvor hatte der Konzern bekanntgegeben, dass er seine Stahlsparte doch nicht mit dem Konkurrenten Tata zusammenlegt und dass Thyssenkrupp nicht aufgespalten wird. Mit Blick auf die von Vorstand und IG Metall getroffene Grundlagenvereinbarung sprach Burkhard von einem "guten Signal". Laschet äußerte Verständnis, dass der Konzern der EU-Kommission nicht weiter entgegengekommen ist, um deren Zustimmung doch noch zu erhalten. "Hier ist der Vorstand jetzt gefordert schnell Klarheit zu schaffen", forderte er. Die Traditionsparte bleibt weiterhin der Kernbereich des weit verzweigten Konzerns. Entlassungen schließt er dabei nicht aus. Die IG Metall hatte mit Thyssenkrupp für den Fall der Stahlfusion mit Tata weitreichende Beschäftigungsgarantien vereinbart. Der Industriekonzern will bei dem geplanten Stellenabbau möglichst ohne betriebsbedingte Kündigungen auskommen. Für die Aufzugsparte plant Kerkhoff einen Börsengang. Beim möglichen Börsengang der Aufzugssparte habe sich Thyssenkrupp verpflichtet, eine in Deutschland gelistete Aktiengesellschaft zu gründen. Dies könnte ein Weg sein, eine komplette Zerschlagung des Konzerns zu verhindern. Laschet sagte, Vorstandschef Kerkhoff habe bestätigt, dass alle Erlöse aus dem Börsengang in das Unternehmen gesteckt werden sollen.

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