Bezahlung - Regierung plant offenbar Mindestlohn für Azubis

Eine Auszubildende im Werkraum

Die Bundesregierung will einen Mindestlohn für Auszubildende auf den Weg bringen.

Berlin. Die Bundesregierung macht offenbar den Weg frei für einen Mindestlohn für Auszubildende.

Demnach soll sich die Ausbildungsvergütung in den Folgejahren weiter erhöhen - im Jahr 2021 auf 550 Euro, ein Jahr später auf 585 Euro und ab 2023 auf 620 Euro. Azubis sollen ab 2020 eine Mindestausbildungsvergütung von 515 Euro pro Monat im ersten Ausbildungsjahr erhalten, berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe am Montag unter Berufung auf das Bundesbildungsministerium.

Das Kabinett soll einem Bericht zufolge am Mittwoch den Mindestlohn für Auszubildende beschließen.

Zudem sollen die Mindestbezüge von zukünftigen Auszubildenden auch im zweiten und dritten Lehrjahr gestaffelt werden. Laut dem Bericht soll die Reform des Berufsbildungsgesetzes von Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) an diesem Mittwoch vom Kabinett beschlossen werden. Daran anschließend geht die Reform an den Bundestag und den Bundesrat. "Die festgesetzte Höhe der Mindestausbildungsvergütung ist eine Anerkennung der Leistung der Auszubildenen im Betrieb", so das Ministerium. Bis zuletzt gab es Streit um die Höhe der Zahlungen. "Anderseits muss aber auch sichergestellt sein, dass die Motivation der Betriebe erhalten bleibt, Ausbildungsplätze anzubieten", hieß es dazu aus dem Ministerium. Karliczek hatte deswegen im Vorfeld Zugeständnisse gemacht: Dort, wo es aktuell eine Tarifbindung gebe, könne es passieren, dass Azubis auch weiterhin weniger als die Mindestvergütung bekämen. Vor allem kleine Handwerksbetriebe in strukturschwachen Regionen würden dadurch in besonderem Maße belastet, erklärte ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke.

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) bezeichnete die geplante Mindestausbildungsvergütung als "schweren Eingriff in die gelebte Betriebs- und Tarifautonomie".

Außerdem will das Ministerium, dass es zukünftig eine rechtliche Verankerung von drei Fortbildungstufen gibt. Neben den klassischen Titeln wie Meister oder Fachwirt, gäbe es dann Bezeichnungen wie Bachelor Professional oder Master Professional. Damit sollen diese Qualifikationen auf dem internationalen Arbeitsmarkt vergleichbarer werden.

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