Ärger um Monsanto-Listen: Bayer bittet um Entschuldigung

Ein Schild mit der Aufschrift Monsanto steht am Eingang zum Hauptsitz der Firma

Die US-Tochter Monsanto sorgt für den Bayer-Konzern erneut für juristische Probleme.

Hintergrund sind Ermittlungen der französischen Staatsanwaltschaft, die am Freitag eine vorläufige Untersuchung gegen Monsanto eröffnete.

Die Klage gegen Monsanto wegen Spitzelei und Datenmissbrauch hatten Le Monde und ein Journalist, der auf der Liste stand, angestrengt.

Auf der Liste sollen rund 200 Namen von Wissenschaftlern, Journalisten und Politikern stehen, darunter beispielsweise der von Ségolène Royal, Ex-Umweltministerin und Gegnerin des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat. Die französische Justiz ermittelt, weil diese zwecks Einflussnahme eine Liste von Kritikern geführt haben soll. Auch die öffentlich-rechtliche Fernsehanstalt "France Télévisions" will Klage gegen Monsanto erheben, wie ihr Leiter Yannick Letranchant auf Twitter bekanntgab. "Nach einer ersten Analyse verstehen wir, dass ein solches Projekt Bedenken und Kritik ausgelöst hat", teilte Bayer mit.

Dazu gab Bayer nun eine Stellungnahme ab, in der das Unternehmen um Entschuldigung bittet: "Dies ist nicht die Art, wie Bayer den Dialog mit unterschiedlichen Interessengruppen und der Gesellschaft suchen würde".

Bayer hat eine externe Anwaltskanzlei mit der Aufklärung von Vorwürfen in Frankreich in Zusammenhang mit der Saatguttochter Monsanto beauftragt. Die Kanzlei werde allen in den Listen aufgeführten Personen Auskunft geben, welche Informationen von ihnen gespeichert worden seien.

Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, steht Monsanto, das vor einem Jahr von der deutschen Bayer AG übernommen wurde, im Verdacht der illegalen Erfassung und Verarbeitung privater Daten.

Die Staatsanwaltschaft von Paris hat ein Ermittlungsverfahren gegen den Saatgut- und Pflanzenschutzhersteller Bayer-Monsanto eingeleitet. Seitdem reißt der Ärger nicht ab. In den USA sieht sich Bayer mit zahlreichen Prozessen konfrontiert: An Krebs leidende Menschen behaupten, ihre Krankheit gehe auf die Nutzung des von Monsanto hergestellten Glyphosats zurück.

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