Minister: Drohnenangriff auf Pipeline in Saudi-Arabien

Aramco-Erdöltank in Saudi Arabien

In Saudi-Arabien sind zwei Ölpumpstationen von bewaffneten Drohnen angegriffen worden. Der staatliche Ölkonzern Saudi Aramco habe aus Sicherheitsgründen den Betrieb der Ost-West-Pipeline eingestellt, über die Öl aus der Ostprovinz in den Hafen Janbu am Roten Meer transportiert wird, teilte Saudi-Arabiens Energieminister Chalid al Falih am Dienstag mit. Durch den Angriff sei an einer der angegriffenen Pumpstationen ein Feuer ausgebrochen und Sachschaden entstanden. Die Feuer seien aber unter Kontrolle.

Für den Angriff könnten die schiitischen Huthi-Rebellen aus Jemen verantwortlich sein.

Zwei Tage nach mutmaßlichen Sabotageaktionen gegen Tanker in der Golfregion sind in Saudi-Arabien zwei Ölförderanlagen mit Drohnen angegriffen worden.

Saudi-Arabiens Energieminister al-Falih hob die weltpolitische Dimension der Drohnenangriffe hervor: Diese "Terror- und Sabotageakte im Golf richten sich nicht nur gegen das Königreich, sondern auch gegen die Sicherheit der Öltransporte für die Welt", erklärte er. Rebellensprecher Mohammed Abdelsalam erklärte, die Angriffe seien "eine Antwort auf die Verbrechen" Saudi-Arabiens gegen den Jemen. Die Außenminister Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens kritisierten am Montag die harte Linie der USA gegenüber dem Iran.

Im Jemen herrscht seit 2015 Krieg zwischen den von Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi und den Huthi-Rebellen.

Waren es vom Iran unterstützte Huthi-Rebellen? Sie war für den Fall gebaut worden, dass die Seestraße von Hormus, einer der bedeutendsten Lieferwege für Erdöl, in einem Konflikt mit dem Iran komplett geschlossen würde.

Nach den Drohnenangriffen nahe Riad war im Huthi-Fernsehsender al-Massirah von einem "größeren Militäreinsatz" mit insgesamt sieben Drohnen gegen "wichtige Einrichtungen" im Nachbarland die Rede. Demnach habe es sich um Vergeltung für die kontinuierlichen Angriffe Saudi-Arabiens gegen Jemen gehandelt. Der Vorfall ereignete sich nur wenige Tage, nachdem aus den benachbarten Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) Sabotageakte an Öltankern gemeldet worden waren. Unter anderem war ein norwegischer Tanker von einem unbekannten Objekt getroffen worden, wie Fotos zeigten. Die Denkfabrik Conflict Armament Research veröffentlichte zuletzt Hinweise für von den Huthis eingesetzte Drohnenboote.

Die Ölpreise sind am Dienstag nach Berichten über den Angriff gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete gegen Mittag 71,33 Dollar. Heute macht der Erdölsektor 87 Prozent der saudischen Haushaltseinnahmen und 42 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus.

Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate sind Verbündete der USA und beide mit dem Iran verfeindet. "Wir hatten es schon vorhergesehen, dass solche dubiosen Zwischenfälle passieren könnten, um Spannungen in der Region zu provozieren", sagte er laut der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur Irna.

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