Monsanto-Prozess: Bayer muss zwei Milliarden Dollar Schadensersatz zahlen

Der Unkrautvernichter Roundup von Monsanto beinhaltet den umstrittenen Wirkstoff Glyphosat

Und dieses Mal verhängte die Jury gar eine Rekordstrafe von zwei Milliarden Dollar.

Das Ehepaar macht Monsantos Unkrautvernichtungsmittel Roundup mit dem umstrittenen Wirkstoff Glyphosat für seine Krebserkrankungen verantwortlich.

Bayer hatte Monsanto im vergangenen Sommer gekauft.

Der größte Teil der Zahlung entfällt mit rund 2 Milliarden Dollar auf sogenannten Straf-Schadenersatz, wofür es im deutschen Recht keine Entsprechung gibt.

Bayer teilte mit, der Konzern sei von der Entscheidung der Jury in Oakland enttäuscht. "Wir haben großes Mitgefühl für Herrn und Frau Pilliod. Die Beweislage ist jedoch eindeutig: Beide Kläger hatten eine lange Historie von Vorerkrankungen, die bekanntermaßen erhebliche Risikofaktoren für eine Erkrankung am Non-Hodgkin-Lymphom darstellen". Die Kläger, die ihre Krebserkrankung auf den Kontakt mit Glyphosat zurückführen, sehen das jedoch anders.

Die Umweltbehörde EPA hatte am Dienstag vergangener Woche bestätigt, dass Glyphosat bei "vorschriftsgemäßer Anwendung" nicht krebserregend sei.

Welche Folgen ergeben sich für die anderen Klagen?

Der Druck auf Bayer steigt: Der Pharma- und Agrarchemiekonzern verlor in den USA auch den dritten Prozess wegen des Unkrautvernichters Glyphosat und wurde erneut zu Schadenersatz verurteilt.

Was droht dem Konzern? Der Konzern weist Gesundheitsgefahren von Monsanto-Produkten vehement zurück.

Bayer hat in den ersten beiden Fällen Berufung eingelegt. Rückstellungen für Schadenersatz hat Bayer bislang nicht gebildet, nur Rückstellungen für Verteidigungskosten. Es geht um Milliarden. Viele Fondsmanager warfen dem Vorstand vor, die Rechtrisiken beim Kauf von Monsanto völlig unterschätzt zu haben. Die im DAX notierte Aktie sackte um bis zu fünf Prozent auf 53,65 Euro und damit den tiefsten Stand seit 2012 ab, konnten die Verluste zuletzt aber reduzieren. Mittlerweile ist Bayer weniger wert, als die 59 Milliarden Euro, die man für Monsanto bezahlt hat. So lange Werner Wenning Aufsichtsratschef ist, dürfte Baumann zwar bleiben können. Und auch der Aufsichtsrat wurde nur so eben von der Hauptversammlung entlastet.

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