ROUNDUP 7/Handelskrieg eskaliert: Trump erhöht Druck - China in der Offensive

Us-Präsident Trump im Weißen Haus

Die USA würden dadurch Milliardensummen einnehmen, fügte er hinzu. Die USA exportierten 2018 Waren im Wert von 120 Milliarden US-Dollar nach China, die heute schon weitgehend mit "Gegenzöllen" belegt sind. Lighthizers Büro werde am Montag Informationen zum weiteren Prozedere veröffentlichen.

Die "Anpassung" sei eine "Antwort auf den US-Unilateralismus und Handelsprotektionismus", so die Behörden in Peking weiter.

US-Präsident Trump will die bestehenden Sonderzölle auf alle verbleibenden Importe aus China ausweiten. Die USA hätten aber das Recht dazu. "Wir waren zu 95 Prozent durch", sagte Trump. Dann sei seinen nach China gereisten Unterhändlern erklärt worden, dass es noch einmal um Dinge gehen sollte, die bereits komplett besprochen worden seien.

Er wolle sich beim G20-Gipfel Ende Juni in Osaka (Japan) mit Chinas Staatschef Xi Jinping über die Handelsfrage austauschen, sagte der US-Präsident weiter. Die Ausgleichszahlungen seien aus US-Sicht nur ein kleiner Teil dessen, was die USA durch die Zölle gegen chinesische Einfuhren gutmachten.

Trump wirft China unfaire Handelspraktiken vor und stößt sich vor allem am großen Defizit seines Landes im Handel mit der Volksrepublik. Die chinesischen "Gegenzölle" folgten auf die Anhebung der Sonderabgaben der USA auf China-Importe im Wert von 200 Milliarden Dollar. "In dem Fall könnten sie weiterhin die USA Jahr für Jahr um 500 Milliarden Dollar (445 Milliarden Euro) abzocken", twitterte Trump. Betroffen ist nun etwa die Hälfte aller chinesischen Exporte in die USA. Auch treten sie erst in drei Wochen in Kraft, sodass noch Zeit für Verhandlungen bleibt.

In dem Streit fordern die USA wegen ihres großen Handelsdefizits mit China größeren Marktzugang, einen besseren Schutz von Urheberrechten und Geschäftsgeheimnissen oder auch mehr Bemühungen, um zwangsweisen Technologietransfer zu verhindern. Da die USA gar nicht so viel nach China exportieren wie umgekehrt, kann Peking nicht vergleichbar Vergeltung üben. Der amerikanische Handelsbeauftragte Robert Lighthizer hatte am Wochenende berichtet, Trump habe auch angeordnet, 25-prozentige Abgaben auf weitere Waren im Wert von rund 300 Milliarden Dollar zu erheben - und damit auf alle chinesischen Importe. Ansonsten sollten die neuen Zusatzzölle kommen. "Ich sage Präsident Xi (Jinping) und all meinen Freunden in China offen, dass China sehr schwer getroffen wird, wenn sie kein Abkommen abschließen, weil Unternehmen gezwungen werden, China zu verlassen und in andere Länder zu gehen". "Wir hoffen immer noch auf ein Wirtschaftsabkommen, das Zölle auf beiden Seiten senkt", merkte Löwy an. Der Handelskrieg habe über Wertschöpfungsketten und auch in Drittländern schon heute "deutliche Spuren" hinterlassen. Experten warnen vor schädlichen Auswirkungen auch auf die Weltwirtschaft. China werde seine Interessen und seine Souveränität in den Verhandlungen verteidigen, sagte Wang der Agentur Interfax zufolge.

Am Samstag hatte Trump China gedroht, ein Handelsabkommen mit den USA würde "viel schlechter" ausfallen, wenn es in seiner zweiten Amtszeit ausgehandelt werde.

Chinas Chefverhandler Liu He versuchte am Freitag, das Scheitern der letzten Verhandlungsrunde herunterzuspielen, doch dabei nahm er zwei Worte in den Mund, die er bislang vermieden hatte: "Jede Nation hat ihre Würde", sagte er, und in "Grundsatzfragen" könne China "absolut keine Zugeständnisse" machen. Die USA wollten sich darauf konzentrieren. Sie wies darauf hin, dass EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker und Trump im vergangenen Jahr vereinbart hätten, dass während der laufenden Verhandlungen keine neuen Zölle verhängt werden. "Wir hoffen, der US-Präsident hält sich daran". Andernfalls sei die EU auf das Schlimmste vorbereitet. Bei Trucks sind es in den USA 25 Prozent und in der EU 14 Prozent. Die EU-Kommission habe eine fertige Liste mit US-Produkten, gegen die dann Vergeltungszölle verhängt würden. Die Rede ist von 20 bis 25 Prozent.

Related:

Comments

Latest news

Betrugsskandal an US-Unis: Felicity Huffman plädiert auf schuldig
Unter Tränen räumte sie ein, mit Geld die Chancen ihrer Tochter auf einen guten Studienplatz habe steigern wollen. Der Skandal um die Hochschul-Bestechungen hatte in den vergangenen Monaten weite Kreise gezogen .

Streit über Atomabkommen: EU-Außenminister warnen die USA vor Krieg mit Iran
Sie wollen aber das Atomabkommen erhalten und verweisen darauf, dass der Iran bisher alle eingegangenen Verpflichtungen einhält. Der Energieminister Saudi-Arabiens sagte, zwei saudische Öltanker seien bei einem "Sabotageangriff" schwer beschädigt worden.

Biennale Venedig - Deutscher Pavillon wird eingeweiht
Außerhalb des deutschen Pavillons sind auch Künstlerinnen wie Alexandra Bircken, Hito Steyerl und Rosemarie Trockel vertreten. Ausgabe der Biennale wurde von der Direktorin des Berliner Martin-Gropius-Baus, Stephanie Rosenthal, geleitet.

Costa del Sol: Zu gefährlich - Strandrutsche in Estepona wird geschlossen
Um die Sicherheit zu garantieren, werde die Strandrutsche nun aber dennoch einer Kontrolle unterzogen. Der User, der das Video hochgeladen hat, schreibt dazu, dass die Rutsche eine dumme Idee gewesen sei.

FPÖ-Waldhäusl postuliert "10 Gebote der Zuwanderung"
Konsequenzen bei Nichtbefolgung gibt es aber nicht, so Waldhäusl bei einer Pressekonferenz in St. - #Flüchtlinge erhalten künftig in #Niederösterreich die "Zehn Gebote der Zuwanderung".

Other news