Thomas Cook mit Milliardenverlust vor Airline-Verkauf - Wirtschaft

Thomas-Cook-CEO Peter Fankhauser

Das Brexit-Chaos und eine Preisschlacht bei den Sommerreisen setzen den Touristikkonzern Thomas Cook heftig unter Druck.

Der britische Reiseveranstalter Thomas Cook muss in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahrs schlechte Zahlen verdauen.

Im ersten Halbjahr stieg der saisonal übliche operative Verlust wegen des Preiskampfs auf 245 (Vorjahr: minus 170) Millionen Pfund (281 Millionen Euro) bei einem Umsatz von drei Milliarden Pfund. "Wir haben die Rückendeckung unserer Banken, und das war uns wichtig" betonte Thomas-Cook-Chef Peter Fankhauser am Donnerstag in London.

Am Finanzmarkt wurden die Nachrichten negativ aufgenommen. Die dritte Gewinnwarnung in weniger als einem Jahr ließ die Aktien an der Londoner Börse um gut ein Fünftel auf 17,77 Pence einbrechen, den tiefsten Stand seit sechseinhalb Jahren. Aber auch in allen anderen Märkten, in denen Thomas Cook Reisen verkauft, sei das Buchungsverhalten der Kunden unsicher. Wie unter anderem das Handelsblatt berichtet, verbuchte der Konzern im Winterhalbjahr bis Ende März einen Nettoverlust von 1,5 Milliarden britischen Pfund. Pfund betragen. Die von der Abschreibung betroffenen Marken hatte Thomas Cook vor rund zwölf Jahren im Zuge der Fusion mit dem Veranstalter MyTravel übernommen. Nach der langen Hitzewelle im vergangenen Sommer hätten im Winter weniger Menschen Reisen ins Warme gebucht. Sie ist vor allem am deutschen Ferienflieger Condor interessiert, der früher zur Lufthansa gehörte. Denn Thomas Cook braucht das Geld dringend.

Kaum Neuigkeiten gab es hingegen bezüglich des Verkaufs der hauseigenen Fluglinien: Nach der Ankündigung der strategischen Überprüfung ihrer Group Airline im Februar hätten sie mehrere Angebote erhalten, so Fankhauser. Zugleich stiegen Treibstoffkosten für die Thomas Cook Airlines und Hotelpreise. Um auf jeden Fall über den nächsten Winter zu kommen, hat sich der Reisekonzern bei Banken bereits eine Kreditlinie über 300 Millionen Pfund gesichert. Tui plane aber eher keine großen Zukäufe.

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