Diesel-Skandal: Bosch muss 90 Millionen Bußgeld zahlen

Diesel-Skandal Bosch muss 90 Millionen Euro Bußgeld zahlen. Bosch

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat die Strafe gegen den Autozulieferer wegen "fahrlässiger Verletzung der Aufsichtspflicht in Unternehmen" verhängt, wie die Justizbehörde am Donnerstag mitteilte. Bosch habe auf Rechtsmittel verzichtet, das Geld werde binnen sechs Wochen an das Land Baden-Württemberg gezahlt.

Der deutsche Autozulieferer Bosch zahlt wegen des Dieselskandals 90 Mio. Strafrechtliche Ermittlungen gegen einzelne Mitarbeiter gingen aber weiter. Das führte laut Staatsanwaltschaft dazu, dass die jeweiligen Fahrzeuge mehr Stickoxide ausstießen als zulässig.

Ausdrücklich wird von der Staatsanwaltschaft zudem betont, dass die Initiative für Integration und Ausgestaltung der unzulässigen Strategien jeweils von den Mitarbeitern der Autohersteller ausging und nicht von Bosch angeboten wurde. Das könnte zum Beispiel bei möglichen Schadenersatzforderungen gegen Bosch eine wichtige Rolle spielen.

Die Ermittler ließen eigenen Angaben zufolge auch die Ergebnisse anderer Staatsanwaltschaften in ihre Entscheidung einfließen.

Zudem habe man berücksichtigt, dass "die Verantwortlichen der Robert Bosch GmbH seit Oktober 2015 umfassend, konstruktiv und zudem ohne Fokussierung auf bestimmte Absatzmärkte mit den Ermittlungsbehörden zusammen arbeiten", heißt es bei der Staatsanwaltschaft.

Das nun verhängte Bußgeld fällt mit 90 Millionen Euro deutlich niedriger aus als etwa bei Volkswagen und den Töchtern Audi und Porsche, die zusammen Summen von mehr als zwei Milliarden Euro zahlen mussten. Bei Bosch setzt sich die Zahlung zusammen aus der Ordnungswidrigkeit - zwei Millionen Euro - und einer Gewinnabschöpfung - 88 Millionen Euro. Vor allem letztere fiel bei den Autobauern deutlich höher aus.

Laut Staatsanwaltschaft hat Bosch von 2008 an 17 Millionen Motorsteuergeräte an Hersteller im In- und Ausland geliefert. Nur teilweise hätten die aber unzulässige Softwarestrategien enthalten.

Offen ist weiterhin, ob es auch ein Bußgeld gegen Daimler geben wird. Weltweit laufen aber noch weitere zivilrechtliche Klagen.

Insgesamt zahlte der Konzern weltweit bisher über 30 Milliarden Euro an Strafen und Vergleichen mit Kunden. Hier zahlte VW eine Milliarde Euro Bußgeld, die Tochter Audi 800 Millionen Euro, die VW-Tochter Porsche 535 Millionen Euro. An anderer Stelle landet allerdings im Gegenzug weniger im Staatssäckel.

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