Ja zur Konzern-Ehe mit Fiat Chrysler

Ja zur Konzern-Ehe mit Fiat Chrysler

Der Autokonzern Renault plant einen Zusammenschluss mit Fiat Chrysler. Italien hat bereits signalisiert, dass man sich an einer fusionierten Gesellschaft ebenfalls beteiligen möchte, um den französischen Anteil auszubalancieren. Aber die Skepsis von Experten wie Schwope zeigt, dass Größe allein in der Branche keinen langfristigen Erfolg mehr garantiert. Die Pläne sind jedoch damals an der französischen Regierung gescheitert, die das Vorhaben nicht unterstützen wollte. Auch Volkswagen gab zuletzt eine Kooperation mit Ford bei leichten Nutzfahrzeugen bekannt.

Elektromobilität und autonomes Fahren kosten viel Geld. Letzte Woche zumindest sagte er noch, nötig seien heute "solide, starke und gefestigte Industriekonzernen" - eine Äußerung, die er vor allem mit Blick auf die Allianz Renault-Nissan machte, die durch Verhaftung von Carlos Ghosn ohnehin schon schwer ins Schlingern geraten war. Vor wenigen Jahren wäre ein solcher Satz undenkbar gewesen - und eine Kooperation mit dem Erzrivalen erst recht. Als dritte Forderung machte der Minister geltend, dass der neue Konzern führend bei der Entwicklung von Batterien für Elektroautos sein müsse.

Fiat und Chrysler verfügen über veraltete Modelle und grössere Absatzprobleme, weshalb sie seit langem einen Partner suchen. Denn beide Seiten ergänzen sich hervorragend: Renault ist weder im größten Markt der Welt, dem Asien-Pazifik-Raum, noch auf dem zweitgrößten Automarkt der Welt, USA, vertreten. Die Gründe für ein Zusammengehen wolle er den Renault-Partnern Nissan und Mitsubishi am Mittwochmorgen (29. Mai) bei einem regulären Treffen der bestehenden Auto-Allianz in Japan erläutern. Eine gemeinsame - wichtige - Lücke bestünde in China.

Gleichzeitig ergibt sich aus Sicht der Manager erhebliches Einsparpotenzial.

Fiat Chrysler und Renault gehen nach eigenen Angaben davon aus, ihre Kosten nach einem Zusammenschluss um jährlich fünf Milliarden Euro senken zu können.

Der französische Staat hält 15 Prozent an Renault und hat deshalb bei dem Milliardendeal mitzureden.

Profitabilität: Der VW-Konzern verdient knapp 1300 Euro pro Auto, Renault 930 Euro pro Fahrzeug und Fiat-Chrysler nur knapp 850 Euro. Der französische Finanzminister stellt jedoch Bedingungen.

Mit einem Zusammenschluss könnten beide Unternehmen ihr jeweiliges Portfolio ergänzen: Der italienisch-amerikanische Hersteller Fiat Chrysler ist in Nordamerika mit Kleintransportern erfolgreich, in Europa steht das Geschäft aber unter Druck.

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