Keine schwulen Sex-Szenen:Russische "Rocketman"-Version wurde zensiert"

Taron Egerton als Elton John auf der Konzertbühne am Klavier

Auch alle gleichgeschlechtlichen Küsse – selbst beiläufige – seien entfernt worden, ebenso wie nichtsexuelle "schwule" Szenen: Dies schließt ein aktuelles Foto des echten Elton John und seines Ehemannes David Furnish während des Filmabspanns ein. Nun wird sein Biopic "Rocketman" dort wohl in zensierter Version gezeigt - für ihn eine traurige Spiegelung unserer heutigen Welt.

Ab dem 30. Mai können Sie den Film "Rocketman" sehen - das Werk beleuchtet das Leben von Musik-Legende Elton John (gespielt von Taron Egerton).

"Wir lehnen die Entscheidung nachdrücklich ab, 'Rocketman' für den russischen Markt zu zensieren", heißt es in der Erklärung des Sängers und der Filmemacher. So seien etwa intime Szenen zwischen Männern herausgeschnitten worden. Das russische Kulturministerium wies die Verantwortung von sich.

Die Vertriebsfirma Central Partnership teilte der russischen Nachrichtenagentur TASS lediglich mit, der Film sei entsprechend der russischen Gesetze "angepasst" worden. Er schildert das Leben von Elton John, 72, seinen Aufstieg zum Superstar, seine romantischen Beziehungen und den exzessiven Drogenkonsum zu Beginn seiner Karriere. "Wir glauben an das Bauen von Brücken und an offenen Dialog", heißt es in der Stellungnahme. Die Menschenrechtsorganisation forderte die Vorführung des Films in seiner ursprünglichen Fassung.

Daraufhin entbrannte eine Zensurdebatte in dem Land, in dem Homosexualität zwar legal ist, aber weitgehend tabuisiert wird.

In Russland wurde laut Kritiker Dolin auch der Text im Abspann von "Rocketman" geändert. Im Original erfahren die Zuschauer, dass Elton John schließlich doch noch seine große Liebe findet und mit seinem Partner zwei Kinder großzieht.

Elton John hatte bereits 2013 ein umstrittenes russisches Gesetz gegen "Homopropaganda" kritisiert. Der Musiker ist in Russland sehr populär.

"Rocketman" läuft am 6. Juni in den russischen Kinos an - mit einer Altersfreigabe ab 18 Jahren. Homosexuelle sind in Russland immer wieder schwersten Anfeindungen ausgesetzt - bis hin zu Todesdrohungen.

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