Automobile Großfusion um Renault:Fiat und Frankreich einigen sich vorläufig

Fusion geplatzt Fiat Chrysler und Renault

In einer ersten Reaktion äußerte sich das Analysehaus RBC zum geplatzten Deal: Die Fachleute belassen die Einstufung für Renault auf "Top Pick" mit einem Kursziel von 76 Euro. "Der jetzige Rückzieher bedeutet nicht das endgültige Scheitern einer Zusammenarbeit zwischen Fiat Chrysler und Renault", schreibt Schwope.

Der französische Staat ist mit 15 Prozent an Renault beteiligt und hatte das Management zuvor massiv beeinflusst.

Der italienisch-amerikanische Konzern Fiat Chrysler zog sein Übernahmeangebot für den französischen Hersteller überraschend zurück, nachdem der Renault-Verwaltungsrat auf Antrag der französischen Regierung die Entscheidung über die Aufnahme förmlicher Fusionsgespräche ohne weitere Angaben von Gründen verschoben hatte. "Nach dem Fiat-Rückzug muss man sich fragen, inwieweit der französische Staat die strategischen und bewertungsrelevanten Optionen von Renault einschränkt, obwohl er nur einen Anteil von 15 Prozent hält", kommentierten die Analysten von Jefferies.

Aus Fiat -Kreisen verlautete, Grund für die Absage sei der Versuch Frankreichs, eine Entscheidung über die Fusion zu verschieben. Die Unternehmen hätten gemeinsam zum weltweit drittgrößten Autohersteller aufsteigen und die Marktführer Volkswagen und Toyota herausfordern können.

Renault hatte bereits unmittelbar nach Veröffentlichung der Offerte des italienisch-amerikanischen Konzerns mit Interesse reagiert. Schwope weist in seiner Analyse auch darauf hin, dass zum Beispiel Daimler sowohl mit Renault als auch mit Nissan wechselseitige Beteiligungen unterhalte. "Nehmen wir uns die Zeit, die Dinge richtig zu machen", sagte Le Maire dem Fernsehsender BFMTV.

Am Dienstag und Mittwoch befasste sich der Renault-Verwaltungsrat mit dem Fiat-Angebot.

Renault hatte sich grundsätzlich offen für einen Zusammenschluss gezeigt.

Der französische Wirtschaftsminister Bruno Le Maire erklärte dagegen in Paris, die Bedingung einer "expliziten Unterstützung" der Fusion durch Nissan sei nicht erfüllt gewesen. Wenn der Staat Aktionär eines Unternehmens sei, müsse er sicherstellen, dass dessen Führung gut funktioniere. Bis wann die Anzeige eingereicht werden soll, sagte Le Maire zunächst nicht.

Renault hatte bei einer Tochtergesellschaft in den Niederlanden zweifelhafte Ausgaben von zusammen rund elf Millionen Euro entdeckt. Auch in den Niederlanden sollten rechtliche Schritte gegen Ghosn abgewogen werden. Die Prüfung habe "problematische" Ausgaben in einem Zeitraum innerhalb der vergangenen zehn Jahre ergeben, erklärte Nissan am Mittwoch in einer Stellungnahme. Die Überprüfung dauere an, so Nissan.

Der Justiz-Krimi um Ghosn hat das von ihm geschaffene und kontrollierte französisch-japanische Auto-Bündnis zwischen Renault, Nissan und Mitsubishi in eine schwere Krise gestürzt. Ghosn war ein Verstoss gegen Börsenauflagen in Japan vorgeworfen worden.

In der französischen Regierung gibt es Zuversicht, dass die Fusionspläne noch nicht ganz vom Tisch sind. In Mailand verlor Fiat Chrysler mehr als drei Prozent.

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