Wenn Julia Klöckner ein Video mit Nestlé macht und im Shitstorm endet

Ernährungsministerin Julia Klöckner mit Nestlé-Manager Marc Aurel Boersch

Darin würdigt sie das Unternehmen dafür, dass es Zucker-, Salz- und Fettgehalte in seinen Produkten gesenkt habe. Weiter twitterte er: "Klöckner lässt sich von Nestle Lobbyisten erst die Zuckersteuer und die Lebensmittelampel abverhandeln und tritt dann bei PR-Event von Nestle auf".

Wegen eines gemeinsamen Videos mit einem führenden Nestlé-Manager ergießt sich über Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) im Internet eine Welle der Kritik.

Inzwischen hat die Landesmedienanstalt Berlin-Brandenburg angekündigt, den Fall zu prüfen, und will das Gespräch mit dem Ministerium suchen.

Hintergrund ist eine vom Bundeskabinett verabschiedete "Reduktions- und Innovationsstrategie", die Vereinbarungen auf freiwilliger Basis mit den Herstellern vorsieht. Verbraucherschützer kritisieren dies als zu unverbindlich. Es gehe um die Frage, ob das Video ungekennzeichnete Werbung des Nestlé-Konzerns sei. So spricht SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach in seinem Tweet auf den Dokumentarfilm "Bottled Life - das Geschäft mit dem Wasser" an. Nachdem sich zunächst viele Internetnutzer empörten, droht nun auch rechtlicher Ärger. Klöckner hatte Kritik an dem Auftritt zunächst indirekt als "Hassrede" bezeichnet und so noch etwas Öl ins Feuer gegossen - schließlich beschreibt dieser Terminus Inhalte, die etwa durch das Netzwerkdurchsetzungsgesetz aus dem Internet verbannt werden sollen. Sie verteidigte am Mittwoch grundsätzlich das Vorgehen beim Reduzieren von Zucker, Fett und Salz über freiwillige Vereinbarungen.

Ein Ministeriumssprecher sagte am Mittwoch, wichtig sei, dass die Maßnahmen wirksam seien. Wenn dies nicht funktioniere, müssten aber gesetzliche Regelungen her, sagte sie anlässlich einer Veranstaltung der Getränkebranche. In Pakistan sei das Unternehmen für die Austrocknung einer Region mit verantwortlich.

Nestlé werden wie anderen Konzernen teils fragwürdige Geschäfte vorgeworfen. 2010 prangerte die Umweltschutzorganisation Greenpeace an, dass das Unternehmen mit der Verwendung von Palmöl zum Anlegen der Plantagen und der Zerstörung von Regenwald beitrage. Die Organisation Foodwatch verlieh dem Unternehmen für eine Kinder-Trinkmahlzeit 2014 den "Goldenen Windbeutel", einen Negativpreis für Verbrauchertäuschung im Lebensmittelbereich.

Related:

Comments

Latest news

Sputnik Spring Break - 18-Jähriger stirbt beim "Spring Break"-Festival"
Ein 18-jähriger Festivalbesucher aus Nordsachsen ist in der Nacht zum Donnerstag gestorben. Zum Festival werden am Wochenende 30.000 Besucher erwartet - so viele wie noch nie.

DSDS-Star Menowin Fröhlich kaum wiederzuerkennen
Die Veränderung bedeutet für den Sänger vor allem einen Neuanfang nach seiner tragischen Vergangenheit. Denn der Musiker hebt sich deutlich vom Rest ab.

Italiens Regierungschef Conte droht mit Rücktritt
Als eigentlicher starker Mann gilt Salvini, der sich gerne auch in Angelegenheiten einmischt, die nicht sein Ressort betreffen. Er forderte die politischen Kräfte auf, die Verhandlungen mit Brüssel nicht zur Grundlage neuer Provokationen zu machen.

Strache droht vielleicht Parteiausschluss — EU-Wahl
Der designierte neue FPÖ-Chef Norbert Hofer teilte am Dienstag mit, darauf habe er sich mit Strache verständigt. Wegen des Ibiza-Videos droht Ex-FPÖ-Chef und Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache nun weiteres Ungemach.

Zwei vermisste deutsche Wanderer in Österreich tot gefunden
Das Paar unternahm am Dienstag mit einem Begleiter eine Bergtour im Gebiet des Widdersteins (2.533 Meter). Gegen 23 Uhr musste die Suche abgebrochen werden, sie wurde am frühen Mittwochmorgen fortgesetzt.

Other news