Auto: Fiat Chrysler zieht Fusionsangebot an Renault zurück

Die Fusion zwischen Fiat Chrysler und Renault ist geplatzt. Grund dafür sollen politische Bedingungen sein. Quelle REUTERS

Der italienisch-amerikanische Autobauer zog sein Angebot an den französischen Konkurrenten am Mittwochabend "mit sofortiger Wirkung" zurück. Das italienisch-amerikanische Unternehmen reagierte damit auf die Mitteilung des französischen Renault-Konzerns, eine Entscheidung über förmliche Fusionsgespräche erneut zu verschieben.

Die Fusionspläne von Renault und Fiat Chrysler waren gescheitert, da Fiat Chrysler sein Angebot von gut 30 Milliarden Euro zurückzog.

Der französische Staat ist mit 15 Prozent an Renault beteiligt und hatte das Management zuvor massiv beeinflusst.

FCA teilte am Donnerstag in London mit, es sei klar geworden, dass derzeit die politischen Voraussetzungen für einen erfolgreichen Zusammenschluss in Frankreich nicht gegeben seien. FCA sei weiterhin davon überzeugt, dass der Fusionsvorschlag überzeugend gewesen sei und für alle Parteien Vorteile gebracht hätte, hieß es. Die Renault-Aktie dürfte nun nachgeben, aber nicht in dem Maß, wie sie zuvor im Zuge der Meldung zur möglichen Fusion gestiegen sei, schrieb Analyst Tom Narayan. Jetzt äußern sich auch französische Regierungskreise, die das natürlich ganz anders sehen.

Frankreich hatte auch eine Arbeitsplatz- und Standortgarantie zur Bedingung für eine Fusion gemacht. Frankreichs Wirtschaftsminister Bruno Le Maire warnte am Mittwoch jedoch vor zu viel Eile bei den Gesprächen.

FCA hatte in der vergangenen Woche seine Absicht öffentlich gemacht, sich mit Renault zusammenzuschließen. Durch einen Zusammenschluss von Fiat und Renault könnte der drittgrößte Automobilkonzern der Welt nach Toyota und Volkswagen entstehen. Zumindest auf dem Papier hätte die Fusion tatsächlich ein grosses Potenzial für beide Partner gehabt: FCA verfügt dank den Chrysler-Marken in Nordamerika über ein dichtes Händlernetz und hätte so Renault den Zugang zum wichtigen US-Markt geöffnet.

Die Regierung in Paris hatte auf eine Beteiligung des japanischen Herstellers Nissan an dem Zusammenschluss gepocht, der mit Renault seit rund 20 Jahren eng verflochten ist. Zusammen würden sie auf 8,7 Millionen Fahrzeuge im Jahr kommen.

Fiat Chrysler verloren in Mailand zum Auftakt fast vier Prozent. Auch Italiens Vizeregierungschef Luigi Di Maio schob Frankreich den Schwarzen Peter zu und machte "politische Einmischung "für das Scheitern der Fusion verantwortlich". In Paris rutschte der Renault-Kurs am Donnerstagmorgen um mehr als sieben Prozent ab.

Am Dienstag und Mittwoch befasste sich der Renault-Verwaltungsrat mit dem Fiat-Angebot. Diese Bedingung sei nicht erfüllt gewesen, hatte Le Maire erklärt. Für eine breit angelegte Allianz spricht allein schon, dass die Partnerschaft zwischen Renault und Nissan an einem toten Punkt angelangt ist. Die Justiz müsse dann in der Sache entscheiden, so der Minister zu BFMTV.

Für Renault ist die Entwicklung ein weiterer Schlag nach dem Fall des früheren Vorstandschefs Carlos Ghosn, der sich demnächst in Japan in einem Gerichtsverfahren wegen mutmaßlicher finanzieller Verfehlungen und angeblicher Bereicherung auf Kosten von Nissan verantworten muss. "Das ist kein Problem, solange wir am Ende des Prozesses einen solideren Autosektor haben", sagte Le Maire.

Renault hatte bei einer Tochtergesellschaft in den Niederlanden zweifelhafte Ausgaben von zusammen rund elf Millionen Euro entdeckt.

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